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Warum uns Political Correctness nicht hilft

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Comments • 3 552

  • Blattsch
    Blattsch 2 months ago +9968

    Ich als Mensch mit Behinderung hasse den Begriff "Mensch mit besonderen Bedürfnissen". Etwas behindert mich so zu sein, wie es eigentlich sein sollte, dass sich daraus eine Einschränkung für mein Leben ergibt und keine "besonderen Bedürfnisse". Ich würde vielleicht darauf verzichten zu sagen "Ich bin behindert", weil man das falsch verstehen kann, aber zu sagen "Ich habe eine Behinderung", daran sehe ich absolut nichts schlimmes. Niemals würde ich sagen "Ich habe besondere Bedürfnisse", weil ich auch kein besonderes Bedürfnis habe, sondern eben eine Behinderung.

    • luna rox
      luna rox Month ago

      ich möchte hiermit niemanden verletzen aber Diese Wörter "besondere Bedürfnisse" erinnern mich an "ich bin eine Prinzessin ich muss besonders behandelt werden"

    • TheCrutholos
      TheCrutholos Month ago

      Ich mag den Begriff Handycap am liebsten.
      Besondere Bedürfnisse klingt so als, ob ich komische Fetische hätte.

    • GameKnightYT
      GameKnightYT Month ago +1

      @Sandra HelianthusJa True

    • Asu
      Asu Month ago

      Habe schon "Menschen mit Beeinträchtigungen" gehört, das finde ich persönlich irgendwie auch gut.

    • MasterT-1979
      MasterT-1979 Month ago

      Besonders weil Behinderung nicht gleich Behinderung ist.
      Es gibt Menschen mit Behinderungen, die genauso wenig Unterstützung benötigen wie alle anderen.
      "Besondere Bedürfnisse" suggeriert aber, dass man spezielle Hilfe braucht, wie z.b. eine extra Toilette oder eine Rampe für Rollstühle.
      Ich habe einen GdB von 50 und das einzige was ich benötige, ist ein Sitzplatz in bestimmten Situationen, weil ich nicht lange stehen kann.
      Also z.b. bei längeren Bahnfahrten oder so. Da reicht mir aber ein ganz normaler Sitzplatz und da auch "normale" Menschen einen Sitzplatz möchten, würde ich den nicht als "Besonders" bezeichnen.
      Ich nutze aber auch den Begriff "Behindert" nicht bei mir. Im Normalfall sage ich, ich bin Erwerbsminderungsrentner und habe einen Schwerbehinderten Ausweis 🤣

  • Lé Kowalski
    Lé Kowalski Month ago +378

    Wo kämen wir nur hin, wenn wir die Dinge auch beim Namen nennen würden? Es ist halt echt faszinierend, dass wir mehr Energie in die Umformulierung unerwünschter Dinge stecken, als in die Problemlösung selbst.

    • simpressme
      simpressme 5 days ago

      Sehr gut gesagt 👍🏼

    • Jess
      Jess 25 days ago +3

      !!!! Ja, genau das

    • kidaria
      kidaria Month ago +16

      Dient alles der Ablenkung, der Spaltung und um zu behaupten man tue ja so viel, nur eben nicht das was wirklich getan werden müsste.

    • Ber Nie
      Ber Nie Month ago

      Das hat zwei wesentliche Gründe - einerseits möchten Menschen nichts unbekanntes in ihrem Umfeld haben, sie versuchen sich also Begrifflichkeiten zu schaffen, die die Realität für sie greifbarer machen. Ist nur eben nicht ihre Realität, es ist die der Betroffenen.
      Der zweite Grund ist eine perverse Version des White-Knighting - ich mache mir "die Ungerechtigkeit, die Betroffenen widerfährt" zu eigen, kämpfe dagegen an, signalle meinen virtue. Und da das nicht vergebens war, habe ich dabei nebenbei die Gesellschaft verändert, es gibt dann nicht mehr "Schwule" und "Lesben" - ich habe sie alle befreit, sie sind jetzt zu "Transpersonen" aufgestiegen (Behinderte und Krüppel habe ich am Dienstag übrigens gerettet, sie haben jetzt nur noch "besondere Bedürfnisse", dankt mir später).
      Das ist so ein bisschen wie in den USA nach den Bürgerprotesten um MLK und Malcom X - die übrigens keine "Bürgerproteste" waren, da den Protestierenden Bürgerrechte gar nicht erst zugestanden wurden, sie haben für Gleichberechtigung gekämpft. Aber als die "guten weißen Demokraten" politisches Kapital daraus geschlagen haben, verkündeten sie munter, dass der Kampf erfolgreich war, die Schwarzen ihre zweite Befreiung erfahren hätten und doch jetzt bitte nicht mehr über strukturelle Unterdrückung klagen mögen.
      Das Bemühen um eine "politisch korrekte" Sprache ist auch nur eine Verdrängung "der anderen" aus dem öffentlichen Raum, diesmal unter dem Deckmantel der Philanthropie und im Austausch für Social Credit.

  • Knunkel Knuff
    Knunkel Knuff Month ago +92

    Ich bin behindert, ich habe dieselben Bedürfnisse wie alle nicht Behinderten. Zu sagen, ich hätte besondere Bedürfnisse macht mich wirklich wütend, weil es immer suggeriert, dass ich mir eine Extrawurst wünsche. Dieses Vorurteil ist diskriminierend und begegnet mir sehr oft. Für mich ist diese Wortschöpfung ein Rückschritt. Ich brauche und will Nachteilsausgleiche. Das ist aber nicht, niemals, nie dasselbe wie eine „Extrawurst“, die immer einen Vorteil darstellt oder eine besondere Behandlung über den Nachteilsausgleich hinaus. Das was für Nicht Behinderte wie ein Vorteil aussieht, zb mehr Urlaubstage haben, sind ein Nachteilsausgleich, weil wir unfassbar viel Zeit in Organisation und Kämpfe mit Ämtern, Krankenkassen etc reinstecken müssen. Die eigentlichen Kämpfe die wir haben, die sind nicht (alleine) mangelnde barrierefreiheit, sondern die diskriminierenden kräftezehrenden diskriminierenden Strukturen.

    • Wolf Winterstein
      Wolf Winterstein 15 days ago

      Ja, so komische Wortschöpfungen werden heute allen an den Kopf geworfen, die irgendwie nicht mehr "kompatibel" sind. Kritisiert man es, sind alle beleidigt. Selbst der Begriff "divers" ist irgendwie befremdlich. Wie eine Schublade, in die man nun endlich Alles stecken kann was nicht mehr als Mann oder Frau durchgeht. Quasi: Männer, Frauen, und "die Anderen". Je mehr diese Gesellschaft von Offenheit und Toleranz spricht, umso stärker ist sogenannte "Mikroaggression" auf dem Vormarsch. Der Weg zu Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

  • Alina Hille
    Alina Hille Month ago +170

    Auch ich habe eine körperliche Behinderung und finde es immer blöd, wenn man von "Menschen mit besonderen Fähigkeiten" spricht. Finde es ehrlich gesagt keine besondere Fähigkeit, dass ich ohne meine Herzmedikation sterben würde. 🤷

    • BigBen
      BigBen Month ago

      alles das Beste für dich! gibt aber dennoch einen klaren Unterschied zwischen "du bist behindert" und "du hast eine Behinderung". Das eine Reduziert den Menschen vollständig auf die Behinderung was einfach unangebracht und nicht fair dieser Person gegenüber ist.

    • Sir Uoro
      Sir Uoro Month ago +6

      "... Fähigkeiten" hatte ich zum Glück nie an den Kopf geworfen bekommen. Wie cringe und unangebracht ey... 🤦🏽‍♂️

    • trischkali700
      trischkali700 Month ago +2

      Autsch, ich wünsch dir alles Gute weiterhin. Vielleicht gibt es bald ja noch bessere Methoden wo man soetwas besser behandeln und vielleicht sogar heilen kann.

  • TheSillyGenius
    TheSillyGenius Month ago +157

    Ich bin 34 und habe in meinem Leben schon mehrfach viel zu- und wieder angenommen. Höchstgewicht 131 kg und niedrigster Punkt 72 kg. Aktuell bin ich wieder von 115 auf 102 runter. Mein Leben war/ist stets erfüllter, wenn ich im Bereich des Normalgewichts bin. Ich bin dick oder fett und nicht mehrgewichtig. Es zu beschönigen, enthebt mich von der Verantwortung, die ich für meinen Körper und meine Gesundheit trage und das ist sehr schlecht. Denn dann fällt das Abnehmen noch schwerer.
    Was bringt es bitte, wenn immer "harmlosere" Begriffe verwendet werden, damit man die Gefühle von niemandem verletzt, wenn diese Person dann doch unglücklich ist und ihr Leid im Stillen allein trägt. Man muss die Dinge beim Namen nennen und etwas gegen die Ursache machen und nicht die Beschreibung dessen.

    • Blar Froer
      Blar Froer Month ago +2

      Ich bin auch übergewichtig und finde die Beschönigung einfach unnötig und daneben. Häufig hängt das auch mit Wissenschaftsfeindlichkeit zusammen. Die wissenschaftlich bewiesenen, negativen Auswirkung von starkem Übergewicht werden einfach geleugnet und die Wissenschaftler als "fettfeindlich" diffamiert. Dass es dabei um lange Fristen und Wahrscheinlichkeiten geht und sich bei einem gewissen Kfa nicht einfach ein Schalter umlegt, verstehen diese Leute oft nicht.

    • Definetly not Supp
      Definetly not Supp Month ago +3

      ich bin auch zu dick und finde "mehrgewichtig" tatsächlich beleidigender als wenn man mir sagt ich sei dick, weil "dick sein" nunmal die Situation in der ich mich befinde perfekt beschreibt und dann fühlt man sich nicht angegriffen sondern einfach akurat beschrieben (wie zB Brillenträger, rot/braunhaarige, große/kleine Menschen neutral beschrieben werden) wenn man jetzt allerdings den Begriff "mehrgewichtig" dafür verwendet fühl ich mich nicht mehr einfach neutral beschrieben, sondern herabgestuft

    • Raphael Leaphar
      Raphael Leaphar Month ago +1

      @Timo Ines vielen Dank das weiß ich sehr zu schätzen 👍💪

    • Timo Ines
      Timo Ines Month ago +1

      @Raphael Leaphar Wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen! 💪
      Und vor allem wünsche ich Dir viel Erfolg beim Halten Deines Zielgewichtes! 🍀

    • Raphael Leaphar
      Raphael Leaphar Month ago +2

      @TheSillyGenius
      Bin voll deiner Meinung
      Ich bin auch schon fast mein Leben lang übergewichtig m/17 und bin Grad am Weg abzunehmen und dein Kommentar trifft eigentlich auch voll auf mein Leben zu
      Man muss es beim Namen nennen sonst wird man es nie für sich selbst ändern können (meine Meinung)
      Lg

  • Yes, I have Ramen as my girlfriend

    Ich bin Autist habe auch weitere Behinderungen und „Mensch mit besonderen Bedürfnissen“ hat so das feeling von „ach die spezielle person braucht ganz besondere Aufmerksamkeit oi oi oi.“
    Meine Behinderungen haben mich in der Kindheit bei ganz vielen Sachen gehindert und wurde von allen ignoriert und so und jetzt diese neue „Bezeichnung“ hat mich persönlich noch weiter isoliert. Viele machen sich auch darüber lustig, hab ich so in meinem Umfeld gemerkt.

  • Eulen Master
    Eulen Master Month ago +83

    In der Uni (Lehramtsstudent) sollten wir Kinder mit Behinderungen "Andersbegabt" nennen, habe mich gemeldet und gefragt, ob das jetzt nen Scherz ist. Wurde verstört angeschaut, da freut man sich Lehrer zu werden, wenn man den Eindruck hat, dass alle um einen herum wahnsinnig werden 😊
    Habe mir nach diesem Seminar mal Gedanken darüber gemacht, wann Neologismen und deren Verwendung überhaupt Sinn ergeben:
    1. Wenn Begriffe aus ihrer Historie heraus verwendet wurden, um die Personengruppe zu unterdrücken oder zu diskreditieren (Neger etc.) oder
    2. Das Antonym des neu gebildeten Wortes keinen Sinn ergibt ergibt (Gegenteil von Andersbegabt? Gegenteil von Mehrgewichtig?)

    • Aquanis39
      Aquanis39 Month ago

      @Bugfisch Exakt! Das Schulsystem, das Abitur - es ist alles veraltet, aber statt uns das Problem anzugucken und endlich mal anzugehen, springt man jetzt auf einmal auf die Barrikaden und schreit Heterogenität und Inklusion - das muss hier jetzt alles persönlich angepasst werden!!11!1!! Ja, es muss auf die einzelnen Schüler individuell eingegangen werden, man muss sie individuell fördern, dafür braucht man an vielen Stellen aber auch erstmal mehr Mittel und Lehrkräfte die motiviert sind diese Mehrarbeit eben auch zu erledigen. Denn es ist nunmal mehr Arbeit auf jeden einzelnen einzugehen statt nur den Unterricht für eine Klasse als Ganzes vorzubereiten. Davon abgesehen kann man nicht alles und soll man auch gar nicht alles wegindividualiseren. Nicht alles soll und muss auf einzelne Personen zugeschnitten werden, wie eben Prüfungen. Klar man kann die Rahmenbedingungen leicht anpassen - mehr Zeit z.B. weil jmd eine Lese - Rechtschreibschwäche hat, aber die Aufgaben selbst? Da hört das Eingehen auf das Individuum auf. Der Unterricht und die Betreuung müssen individueller werden, aber nicht unsere Prüfungen. Dann kann ich auch gleich jeden mit ner 1 durchwinken, denn effektiv das tue ich. Den Notenspiegel heben, dadurch dass ich jedem Schüler Aufgaben gebe die seinem Niveau entsprechen. Dann steh ich selbst natürlich wieder gut da - "der Notenschnitt in meinen Klassen liegt immer mindestens bei einer 2" oder son Schwachsinn. Dafür verlieren Prüfungen an der wenigen Aussagekraft die sie sowieso schon haben und vorbereitet auf irgendwas sind Schüler dann auch nicht. Und ja, wie du bereits sagtest - das ist eine andere Frage. Leider. Aber meiner Meinung nach die viel wichtigere - und ich frage mich wieso wir uns dann eben mit solch dämlichen Diskussionen stattdessen beschäftigen.

    • Bugfisch
      Bugfisch Month ago +1

      @Aquanis39 Wenig sinn - man könnte höchstens mal allgemein hinterfragen, in wie weit ein Überprüfungssystem das für eine Gesellschaft der frühen Industrialisierung und ein preußisches Staats- und Gesellschaftsverständnis geschaffen wurde, noch überhaupt zeitgemäß sein kann. Aber das ist zugegeben eine andere Frage ;)
      Man sollte ganz sicher Schule deutlich besser individualisieren und von diesem schrecklich veralteten Zentralisierungsgedanken wegkommen, der halt eben ein Gedanke war, der dem 19. Jahrhundert taugte und schon im 20. Jahrhundert nur noch so mittel funktionierte.

    • Bugfisch
      Bugfisch Month ago

      Interessant - und viel gefährlicher - finde ich in dem Zusammenhang, dass wir dies auch auf eigentlich nicht benachteiligte Bevölkerungsschichten anwenden. Wie benutzen Neologismen wie "besorgte Bürger" oder "Querdenker" für etwas, das sehr klassisch und seit Jahrhunderten klar als Pöbel bezeichnet wurde. Und das birgt in sich halt nochmal deutlich größere Gefahren, denn während die gesellschaftlichen Folgen bei einer angebrachteren Bezeichnung für Menschen mit Behinderungen ja eher absehbar sind und eher auf einem individuellen Niveau bleiben, erheben wir bei den anderen Themen eben den Pöbel zu etwas gleichwertigen, mit dem man Dialog halten sollte - obwohl er sich als völlig dialogunfähig erweist. Dadurch bestätigt man aber eine eben rein destruktive Bewegung in der Gesellschaft verankert zu sein und stolpert über die Political Correctness direkt ins Toleranzparadoxon...

    • An Neu
      An Neu Month ago

      Schau einfach mal die Schulen im Amiland an dann weißt du wo die reise hingeht. War jahrelang mitte mehr links. Mittlerweile meide ich alles links angehauchte das nur richtung fanatismus führt

    • OgerPinata
      OgerPinata Month ago +3

      @Aquanis39 Im Studium brav mitspielen und danach kommt der Mist wieder vor die Tür.

  • Antje Hahn
    Antje Hahn Month ago +14

    Vielen Dank für das tolle Video. ❤️
    Bei dem Wort „mehrgewichtig“ habe ich auch grammatikalisch kein gutes Gefühl. Es heißt doch bei mehreren Spuren auf der Autobahn auch mehrspurig - weil: mehrere Spuren. Aber Gewicht habe ich nur eines. Ich sage ja auch nicht überspurig, wenn man es mal rumdrehen würde. Aber so vieles macht derzeit keinen Sinn mehr bei den sprachlichen Veränderungen, die so mancher zu gebrauchen meint. 😅

  • Nds lets player
    Nds lets player Month ago +34

    Es geht darum, die Herzen der Menschen zu ändern, nicht die Worte, die sie verwenden

    • Timo Ines
      Timo Ines Month ago +3

      @пиони Ich finde diese Aussage überhaupt nicht naiv, denn genau da liegt doch das Problem!
      Wenn jeder Mensch erst einmal bei sich selbst anfängt und sich nicht so sehr auf Andere konzentriert, sind wir schon einen großen Schritt weiter!
      ICH kann bei MIR anfangen: Wie gehe ich mit Menschen in meinem Umfeld um, die "Anders" sind?
      Begegne ich Ihnen mit Respekt?! Hinterfrage ich mal, warum jemand z.B. dünn oder dick ist?! Kann ich für mein Umfeld da sein oder irgendwie helfen?!
      Ich kann Menschen zur Seite stehen, wenn sie beleidigt oder gemobbt werden!
      Denn: Andere Begriffe beseitigen das Problem nicht! Das "Kind" bekommt nur einen anderen Namen!

    • Nds lets player
      Nds lets player Month ago +1

      @пиони Ob die Wahrheit naiv ist oder nicht spielt keine Rolle. Wahrheit ist Wahrheit.

    • пиони
      пиони Month ago

      Wie naiv kann man sein

    • Lilly Cat
      Lilly Cat Month ago

      Das! 👍

  • MsYasami
    MsYasami 2 months ago +4307

    „Sozial schwach“ ist ein vollkommen bescheuerter Ersatz für „arm“.
    Wie Volker Pispers sagte: „Die Menschen sind nicht sozial schwach, sondern finanziell schwach.“
    Das ist gewaltiger Unterschied.

    • RaKo
      RaKo 5 days ago +1

      Vor allem sind meistens die finanziell starken Menschen eher sozial schwach.

    • Wolf Winterstein
      Wolf Winterstein 15 days ago

      Ja auch total pervers. Impliziert irgendwie, dass Armut aus einer Art Persönlichkeitsstörung resultieren würde. Als wäre die Person defizitär, aber natur/gottgegeben und unabänderlich.
      "Geistig schwach" heißt eigentlich, das man geistig behindert ist. Sozial schwach würde ja bedeuten, das man (persönlich) Sozial behindert wäre. Also bitte, Danke, nein nicht dafür.
      Wahrscheinlich konstruieren sich reiche Eliten solche Worte, damit sie sich nicht schlecht fühlen, wenn diese "sozial Behinderten" eben auch arm leben müssen. Sind halt "Behindis"...

    • Sanjo sunshine
      Sanjo sunshine Month ago

      Warum schwach. Sie haben einfach nur weniger Geld als der Durchschnitt. Schwach impliziert, dass man es nicht aus eigener Kraft geschafft hat ausreichend Geld für den Lebensunterhalt zu erarbeiten. Jedoch führen viele Faktoren zu diesem Umstand und es kann sogar sein, dass man mit wenig Geld klar kommt und sich nicht benachteiligt fühlt.

    • Ber Nie
      Ber Nie Month ago

      "Soziale Schwäche" wird eigentlich den Randgrppen attestiert, die sich partout nicht einbinden können - aber es verlagert die Diskussion um faire Bezahlung so schön, wenn man gleich der gesamten gsellschaft die Schuld und Verantwortung für die Armut einiger überträgt; sollen sich doch die Politiker drum kümmern, die Gesellschaft dafür aufkommen.
      Die Unternehmen freut's, wenn man ihnen nicht zu tief in die Tasche greift.

    • Helena
      Helena Month ago +2

      Pispers ist ne Legende

  • Aki Naknak
    Aki Naknak Month ago +10

    Ein sehr informatives und vielschichtiges Video. Mein Gedanke zu den meisten Wortschöpfungen ist: Wieso fragt man nicht die Betroffenen? Die People first Bewegung hat gezeigt, wie es geht: Mensch mit Behinderung ist der aktuell passendste Begriff.
    Die Autismusverbände haben dann für sich gesagt: Ja, ok, und wir möchten gerne als Autisten/ autistische Menschen bezeichnet werden, statt als Menschen mit Autismus.
    Jede Gruppe kann befragt werden. Und jede betroffene Gruppe ist Experte darin, wie sie benannt werden möchte.

  • Paolo P.
    Paolo P. Month ago +5

    Ich bin begeistert von deinen Videos!
    Die Haltung und die Intention wenn es Menschen ist viel ausschlaggebender als die Worte.
    Diese Welt braucht Liebe ❤️❤️❤️

  • Doktor Milli
    Doktor Milli 2 months ago +307

    Ich studiere Germanistik und habe dieses Semester ein Seminar zur Entwicklung des Sexualwortschatzes, wo es oft um Euphemismen und semantischen Wandel geht. Prozesse, wie du sie im Video beschreibst, kommen bei sexuellen Themen - insbesondere Tabus - oft vor.
    Ich kann deiner Argumentation auf jeden Fall zustimmen. Dass wir Ausdrücke wie das N-Wort nicht nutzen sollten, macht völlig Sinn, aber dann eben Begriffe wie "Übergewicht" oder "arm" durch euphemistische Neologismen ersetzen...? Ich persönlich finde "übergewichtig" nicht mal wirklich negativ konnotiert und denke, wenn jemand abfällig über übergewichtige Menschen sprechen möchte, eher Ausdrücke wie "fettes Schwein" oder etwas in der Art benutzt.
    Ich finde es super, dass du auch den Punkt mit den älteren Menschen und der bildungsfernen Schicht erwähnt hast, denn oft merke ich, dass sich viele Leute an der Uni in einer Bubble bewegen und vor lauter political correctness aufhören, selbst zu denken.
    Sprache schafft Realität, aber Realität schafft auch Sprache. Solange also übergewichtige Menschen diskriminiert werden, nützen all die schönen Neologismen nichts. (Und irgendwie müssen wir dann bald mal alle 3 Jahre ein neues Wort erfinden. 🤪)
    Danke für das Video!

    • oddream oddreamberlin
      oddream oddreamberlin 17 days ago

      ​@Bugfisch Zitat: "Und genau die findest du halt bei den älteren und bildungsferneren Schichten: Beim Pöbel. Doch wehe dem, der sie Pöbel nennt ;) "
      ... und genau durch derartige pauschalisierende Aussagen beweist du, dass du altersdiskriminierendes Denken in dir trägst sowie Klassismus an den Tag legst!
      Schöne Grüße von einem Pöbel-Mitglied ;), baby

    • kidaria
      kidaria 20 days ago

      @Bugfisch Nein ich habe eine Durchschnitssnote von 1,3 an einer der besten Unis für Geschichte. Ist schon peinlich wenn Leute wie Sie die keinen echten vertieften Kenntnisse haben solche Sachen raushauen. Ich muss mich hier auch nicht weiter rechtfertigen. Menschen wie Sie kann man nicht mit rationalen Argumenten überzogen geschwiegedenn sind Sie motiviert genug ordentlich zu recherchieren (wie gefühlt 70% aller Gesieteswissenschaften heutzutage). Sie liegen falsch und meine These ist mit mittelren Aufwand relativ einfach zu recherchieren. Tun Sie sich selber einen gefallen und fahren Sie ihr Ego eine Nummer runter und recherchieren vorher ob was an der behaupteten These dran ist.

    • Bugfisch
      Bugfisch Month ago

      @kidaria Dann hast du offensichtlich in deinen geschichtswissenschaftlichen Kursen ziemlich gepennt. Es gab sicher mal Ausnahmen, in denen die Universitäten besonders ergeben waren, besonders vor dem Umschwung auf öffentliche Bildungseinrichtungen. Aber in der moderne in Europa haben wir einen klaren Trend, dass die revolutionären - und NICHT die konservativen oder die reaktionären Bewegungen von den Universitäten ausgingen.
      Und das ist eben auch noch heute so. Nur verwechseln heute viele die Begriffe, Konservativ wäre ja eigentlich regierungstreu. Nicht "links". Die Definition ist da schon völlig verquer.
      Und das sehen wir auch bei der neuen Rechten, die sich - mal wieder, wie es Rechte halt tun - als besonders Intellektuellenfeindlich beweist. So weit, dass man sogar von Feindschaft gegen Intellekt allgemein reden kann. Und die versucht zu verqueren, dass auf einmal die Universitäten loyal wären.
      Sie sind im Schnitt links. Waren sie immer. Aber links ist sicher alles andere als regierungsloyal. Es ist sogar ein Oxymoron dazu.
      Wie gesagt, es mag Ausnahmen in gleichgeschalteten Systemen geben. Russland, Nordkorea, China.
      In Deutschland haben wir an Universitäten eine regierungskritische Linke in der Mehrheit. Ob rational sinnvoll oder nicht. Und nur der rechte Pöbel, also jene die nicht nur bildungs- sondern vor allem Intellektfern sind, würden das als regierungstreu bezeichnen. Denn da kommt die perspektive im politischen Spektrum ins Spiel:
      Der Rechtsextreme wird halt alles links von ihm ins selbe Feld einordnen. Und alles steht links von ihm.

    • kidaria
      kidaria Month ago +1

      @Bugfisch Das ist kein Unsinn, das ist wissenschaftlicher Fakt. Wissenschaftsgeschichte und die damit verbundenen Institutionsstrukturen war mein Forschungsschwerpunkt. Und jeder mit ein bisschen Grips kann selber einfach nachvollziehen und recherchieren. Wie kann man so naiv verblendet sein und dann auch noch behaupten man könne etwas evidenzbasiert wiederlegen ohne sich davor überhaupt mal einen seriösen Überblick verschafft zu haben? Das ist so typisch für heute. Abitur und Studium bestanden und deswegen kann man ungepürft zu jedem Thema seinen Senf geben. Das ist nicht "gebildet" das ist "verbildet":

    • Bugfisch
      Bugfisch Month ago

      @kidaria "Die höheren Bildungseinrichtungen waren immer das willfähige ideologische Werkzeug der Herrschenden und Ihrer Ideologie. "
      Was für sich schon evidenter Unsinn ist, wie auch jeder, der halbwegs historisch gebildet war, weiß. Vielmehr waren gerade die Universitäten immer der Ausgangspunkt von eben gegen die Herrschaft gerichteten Aktivismus. Und das ist nichts neues, wir können bei der demokratischen deutschen Revolution anfangen, wir können bei den Studentenunruhen und der APO weitermachen - und selbst davor, als Universitäten eher ein Randphänomen waren, ist von ihnen eben grundsätzlich anti-herrschaftliche Ideologie ausgegangen. Sicher immer "Links", immer eher Richtung Demokratie und Liberalismus und selten rechts, also durchaus geprägt. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass Rechte Ideologie eher was für die dunkleren Sterne am Himmel ist.
      Dennoch ändert es nichts, ich beziehe mich beim Pöbel nicht auf den Bildungsgrad - du hast Akademiker, die Pöbel sind und sehr viele "bildungsferne", die es nicht sind. Unser Maßstab von Bildung geht auch häufig in eine falsche Richtung, denn er bemisst sich nur an Ausbildung, was aber ja keine Bildung ist.
      Entsprechend gebe ich dir da zumindest recht - Es gibt halt Pöbel. Die müssen nicht niedrig stehen, sie denken niedrig. Sie denken nicht im Rahmen von Gemeinwohl, sondern ich-bezogen. Sie sind rationalen Argumenten nicht zugänglich und denken, dass Meinung grundsätzlich von Wert sei oder auch nur gleichwertig sei - dabei kann Meinung ja auch sehr unterschiedlich qualitativ wiegen.
      Und ja, wir müssen politisch unkorrekt sein. Und das bedeutet als erstes, Pöbel eben wieder als Pöbel einzuordnen. Und entsprechend mit ihm umzugehen.

  • nek915
    nek915 Month ago +5

    Danke für deine Mühe hierbei. Ich kannte deinen Content vorher nicht und fand es toll, wie umsichtig und fair du formulierst und darstellst =)

  • Lomiris [ Miriam ]
    Lomiris [ Miriam ] Month ago +1

    Wieder ein grandioses Video. So unaufgeregt und fundiert. Danke, Alicia! 🙌

  • Lucifer
    Lucifer Month ago +2

    Ein wirklich starkes Video! Ich persönlich leide selbst an Übergewicht, hab allerdings im Moment zeitlich und auch finanziell nicht die Möglichkeit, ein Fitnessstudio zu besuchen, einen Fitness/Ernährungscoach etc zu arrangieren, weswegen mir im Moment nichts anderes übrig bleibt, als mich mit meinem jetzigen Körper abzufinden, auch wenn ich in möglichst naher Zukunft ein gesünderes Gewicht erreichen will. Und umso mehr verärgert es mich, wenn zum Teil selbst Übergewichtige Menschen oder eigentlich schlanke Menschen mit neuen, "politisch korrekten" Fachbegriffen ankommen, die die Wahrheit verschleiern. Mehrgewichtig hört sich so unfassbar harmlos an, obwohl dieses Thema absolut nicht harmlos ist. Meine Mutter ist sehr stark übergewichtig und sie hat täglich mit Atembeschwerden, Schmerzen jeglicher art etc zu kämpfen. Es ist wirklich kekn Spaß und ich merke auch einige negative Auswirkungen durch meinen Übergewicht, ich hab ne schlechtere Ausdauer und bin nicht sehr gelenkig, was mir in manchen Situationen das Leben schon erschwert. Und es macht mich wütend, dass es so glorifiziert wird bzw als etwas "normales" angepriesen wird. Natürlich möchte ich nicht für meinen Körper diskriminiert werden, aber es ist auch nicht gesund, so einen Körper zu haben. Wer dennoch zufrieden mit seinem Körper ist, der soll es sein, aber man sollte sich auch den Risiken bewusst sein, die Übergewicht mit sich bringt. Es ist alles andere als gesund und solche politisch korrekten Wortbildungen machen es nur noch schlimmer. Es ist für jeden zwar freigestellt, ob dieser in dem Körper leben will, was ich auch nicht für schlimm empfinde, aber man sollte sich nicht einreden, dass dies gesund sei.

  • En Te
    En Te Month ago

    Danke für das Video Alicia, ich war auch mal dick und finde das sollte mit solchen Worterfindungen nicht verharmlost werden.
    Klar kann das verletzend sein, gleichzeitig ist das auch das Ziel des Wortes dick/fett/übergewichtig und sollte nicht verharmlost werden. Manchmal muss ich mich drastisch ausdrücken damit es beim Empfänger auch ankommt.

  • ElikChan
    ElikChan 2 months ago +202

    Ich muss sagen, dass ich "behindert" absolut nicht schlimm finde. Eine Freundin versucht das Wort zu meiden und verbessert sich selbst, da verstehe ich, dass es lieb gemeint is... aber dadurch kommt mir das Wort mehr und mehr vor, als wäre es wirklich schlimm. Da ich selbst tasächlich behindert bin, komme ich mir jetzt wirklich schlecht vor, wenn das passiert. Weil ich so irgendwie ein Tabuthema werde.
    Und das ist wirklich behindert! Ich hatte nie ein Problem mit dem Wort, warum müssen Instanzen von außerhalb (am besten die, die gar nichts damit zu tun haben) da rumfischeln und andere kirre machen? :V
    Meh!
    Gutes Video btw, aber genug Internet für heute. XD
    Man sieht sich! Habt einen schönen Tag~

    • martha. rtz
      martha. rtz 27 days ago +1

      @ElikChan da hast du wohl recht, danke für die Antwort :)

    • ElikChan
      ElikChan 27 days ago +2

      @martha. rtz
      Sorry für die lange Zeit, die ich zum Antworten gebaucht habe, irgendwie war Weihnachten und Neujahr XD
      Hmm, wo fang ich am besten an?
      Vielleicht bei meinen Behinderungen.
      Ich selbst habe MS, welches sich negativ auf meine Augen und meinen Gleichgewichtssinn auswirkt.
      Manchmal zucken auch meine Gliedmaßen, nur kurz, nervig ist es trotzdem.
      Mir ist die Netzhaut gerissen, ich hab generell 10 Dioptrien und manchmal spür ich meine Arme und Beine nicht.
      Alles sehr unpässlich. Wenn all das aber eines macht, dann mich behindern.
      Folglich bin ich definitiv behindert.
      Was ich nicht bin, ist das politisch korrekte "assistenzbedürftig", das setzt ja voraus, das ich auf Hilfe angewiesen bin (ist natürlich trotzdem nett, wenn Jemand hilft, ngl, aber eine Notwendigkeit ist es nicht.)
      So, nun mein Gedankenbrei dazu: Wir erinnern uns daran, dass "Gay" mal eine Beleidigung war? Inzwischen steht es unter 90% der Selfies von Leuten, die es auch sind.
      Dadurch, dass das Wort einfach positiv genutzt wird, wird es auch wenig als Beleidigung benutzt. Und wenn doch, hat es kaum Wirkung.
      Nerd und Geek haben was ähnliches durch. Da könnte ich jetzt Leute mit "Freund" beleidigen und genausoviel Wirkung erwarten.
      Wenn ich jetzt "Behindert" sage und mich dann schnell verbessere, oder das Wort ansonsten nirgendwo zu hören ist, bekommt es einen Voldemort Effekt.
      DANN trifft es umso härter, wenn es wirklich als Beleidigung genutzt wird.
      "Beeinträchtigt" würde ich jetzt auch niemanden übelnehmen.
      Mein Problem mit alternativworten ist nur, dass die negativen Assozietionen des Ursprungswort auf lang oder kurz zum neuen Wort rüberschwappen, und schon haste zwei Beleidigungen.

    • FlubberFrosch
      FlubberFrosch Month ago +1

      @martha. rtz Geändert werden muss auf jeden Fall nicht das Wort, sondern der Umgang mit Behinderung.

    • martha. rtz
      martha. rtz Month ago

      @FlubberFrosch naja, es bedeutet zwar das gleiche, aber für mich ist der zentrale Unterschied das behindert eben oft als Beleidigung benutzt wird und Beeinträchtigung nicht so. Und bei meinen Wortschatz lasse ich mich auch nicht verunsichern sondern versuche einfach nur selbst möglichst wenigen auf die Füße zu treten :)

    • FlubberFrosch
      FlubberFrosch Month ago

      @martha. rtz Beeinträchtigung ist im Grunde das gleiche wie Behinderung, nur länger. Ich wüsste jetzt nicht, was das Wort bringen sollte, vor allem wenn es irgendwann eh wieder die gleiche Rolle einnehmen und negativ besetzt sein wird, weil die Gesellschaft sich dahingehend nicht weiterentwickelt hat.
      Also: Leider nur gut gemeint, und somit das Gegenteil von gut. Lass dich von der Nutzung des Wortes „behindert“ bzw. „Behinderung“ durch niemanden verunsichern.

  • lialicious1000
    lialicious1000 2 months ago +1442

    Ist irgendwem beim Schauen des Originalvideos aufgefallen, dass die Dame in grün zwar sich selbst "Mehrgewichtig" statt übergewichtig nennt, aber Untergewichtige Menschen als "mager" statt konsequent als wenigergewichtig bezeichnet? Nur ein Beispiel von vielen das gezeigt hat, dass es ihr ausschließlich um sich selbst geht und nicht um Bodypositivity für alle...

    • RaKo
      RaKo 5 days ago

      Opportunismus ist leider bei sozialen "Revolutionisten" sehr verbreitet

    • Lomiris [ Miriam ]
      Lomiris [ Miriam ] Month ago +2

      Classic! Als ich früher noch sehr sehr schlank war, durfte ich mir auch ständig solche Spitzen von meiner stark übergewichtigen Freundin anhören. Im Gegenzug hätte ich mich nie gewagt, ihr da 1:1 zu kontern.
      Das ist leider so Gang und Gäbe, dass gerade die, die Respekt wollen, selbst keinen zollen. Da kann man sich mal überlegen, warum …
      Scheiß Mangelbewusstsein 😶

    • Une Loutre à Paris
      Une Loutre à Paris Month ago

      Ich kann deine Gedanken in Teilen nachvollziehen und insbesondere, die diskriminierenden Sprüche, die weiter unten beschrieben werden, sind unmöglich.
      Trotzdem finde ich nicht, dass man erwarten kann, dass die Dame in grün ihre Lobby erweitert und sich für Missstände einsetzt, die nicht ihrer eigenen Lebensrealität entsprechen, sie darum nicht einschätzen kann wie jemand, der selbst betroffen ist.
      Für mich ist es ähnlich, wie wenn Männer sich beschweren, dass Feministinnen sich nicht an den Punkten einsetzen an denen Männer benachteiligt sind.
      Bildet eure eigene Lobby! Niemand kann eure Situation so gut nachvollziehen und nach außen tragen wie ihr selbst. Kämpft für euch! Ich würde mich freuen!

    • Andrea S
      Andrea S Month ago

      @Lera Welche Vorteile denn??? Wenn mir das irgendwas sagen oder helfen soll, werde bitte konkret. Ansonsten willst du vielleicht nur Dampf ablassen. .

    • Lera
      Lera Month ago

      @Andrea S wozu muss ich dich oder deine Geschichte kennen? Du hast in deinem Kommentar auf Vorurteile zurückgegriffen und darauf behaart. Deine Argumentation spricht auch für sich.

  • Listi161
    Listi161 Month ago +2

    "mehrgewicht" ist ein Wort das mich als übergewichtige echt zum ausrasten bringt. Das klingt einfach als ob die negativen Seiten des Übergewicht hübsch benannt werden und dann ist das ja nicht mehr so schlimm mit gelenkverschleis, Diabetes etc.
    Und alle die übergewichtig sind und sich das irgendwie schon reden und meinen sie fühlen sich ja alle so wohl belügen sich selbst. Klar gibt es Momente in denen ich mich auch gut fühle aber dann kommt da eine Treppe mit 10 Stufen und sobald ich da oben angekommen bin fühl ich mich nicht mehr wohl.

  • Lawrence Petzer
    Lawrence Petzer Month ago +2

    Danke für deinen Content! ❤

  • Bäume sind toll.
    Bäume sind toll. Month ago +1

    Das Beispiel mit dem Schwamm ist echt gut und dein Fazit dazu. Es ist genauso wie mit dem Gendern; Leute versuchen auf Krampf die Sprache zu ändern, damit Leute mehr Verständnis/andere Sichtweisen bekommen, verstehen dabei aber nicht, dass eigentlich Sichtweisen die Sprache ändern anstatt umgekehrt. Und so ist es mit vielen Dingen.

  • Suzan Birinci
    Suzan Birinci Month ago +1

    Meines Erachtens wurde das Wort „korpulent“ anstelle von „dick“ immer gut aufgenommen und sicher genutzt, von „mehrgewichtigen“ Menschen nie als beleidigend wahrgenommen.
    Laut der Duden-Definition wird das Wort korpulent als „wohlgenährt, beleibt, dick“ beschrieben.
    Wie wärs also mit „korpulenter Mensch“/„korpulenter Körperbau“?

  • Cindy Vogt
    Cindy Vogt Month ago +1

    Ich bin selbst leider seit dem ich jugendlich war übergewichtig und das ganze hat mit den Jahren immer mehr zugenommen (im wahrsten Sinne des Wortes) aber diese Bezeichnung zu „beschönigen“ als „Mehrgewicht“ damit sich Betroffene nicht „beleidigt“ fühlen finde ich absolut unpassend und traurig, dass das sein muss. Ich weiß selber, dass ich was ändern muss, da ich sonst Probleme bekommen könnte, deshalb muss ich mir nicht von jemandem anhören, dass ich „fett“ bin aber wenn mich jemand auf mein Übergewicht anspricht, bin ich keines falls beleidigt oder verletzt, sondern spreche offen über das Thema. Aber würde man mich als „mehrgewichtige“ Person betiteln, würde ich mir komisch vorkommen, da es in meinen Augen zu viel Raum für Spekulationen gibt, denn „Mehrgewicht“ ist für mich kein Begriff, der „Übergewicht“ ersetzen könnte, da dies ja darauf hinweist, dass man über dem Gewicht liegt, welches im gesunden ramen für einen selbst wäre. „Mehrgewichtig“ kann in meinen Augen auch jemand sein, der oder die vielleicht nur 2 oder 3kg „MEHR“ auf der Wage haben. Vielleicht versteht man ja meinen Standpunkt 🤔
    Generell finde ich sehr schade, dass heutzutage ein Arzt, der mit Fakten argumentiert, von anderen doof von der Seite angemacht wird, weil er eben diese Fakten bringt. Er möchte damit ja absolut niemandem schaden, eher im Gegenteil und ich finde es traurig, dass bei manchen Menschen das Gehirn so weit zurückentwickelt zu sein scheint, dass die diese „Fakten“ nicht als Fakten annehmen können sondern diese eher als „Beleidigung“ oder Ähnliches annehmen, was ich sehr sehr schade finde. Ich habe dieses Video ebenfalls gesehen und ich hätte mich einfach ZU GERNE als übergewichtige Person vor die Frau gestellt, die ebenfalls „Mehrgewichtig“ ist und hätte ihr versucht zu erklären, dass sie doch bitte erst einmal in sich kehren sollte, dann nachdenken sollte, warum ein Arzt, welcher jahrelang studiert hat, sich mit den Fakten beschäftigt und täglich mit solchen Menschen zutun hat, eventuell recht haben könnte und dass sie eventuell tatsächlich im Unrecht sein könnte. Menschen sind leider oft einfach zu engstirnig und mich wundert es, wie der Mann so ruhig und sachlich bleiben konnte… er tat mir einfach nur leid… ich hätte diese Show ziemlich schnell wieder verlassen, wäre ich an seiner Stelle gewesen…

  • Mr. Gurkenboy
    Mr. Gurkenboy Month ago +1

    Schönes Video. Danke dir Alicia 🙏🏾

  • Mindspectrum
    Mindspectrum Month ago

    Ich wünschte so wäre der Deutschunterricht in der Schule gewesen! Hervorragende Analyse, die mir zu denken gegeben hat. Die Veränderungen merkt man häufig gar nicht bewusst. Ob nun Übergericht oder Mehrgewichtig. Für mich kein Unterschied. Es ist schön reden. Egal ob man sich persönlich dabei fantastisch fühlt, ab einem gewissen Grad ist es gesundheitsgefährdend. Man muss sich nicht schämen und darf natürlich so dick sein wie man will, aber es zu propagieren ist enorm gefährlich. Insbesondere wenn die Jugend ein falsches Bild bekommt. Gleiches gilt für den Schlankheitswahn. Also zwei Aspekte die völlig losgelöst von einander existieren, Body Positivity als Ausdruck der Seele und gegenseitigem Respekt, egal wie man aussieht oder welchen Makel man hat (BP ist ja mehr als nur Übergewicht) und eben der Schutz der Gesundheit. Ich bin selbst inzwischen sogar adipös - darf man adipös noch sagen? - und merke die Auswirkungen. Ich denke selbst McDonald's und Co. widersprechen dem wissenschaflichen Konsens nicht mehr, sie suchen ggf. nur alternative Schuldige für die Übergewichtigkeit der Bevölkerung.
    Welchen Begriff ich gar nicht mag ist "woke". Ich denke gegenseitiger Respekt, Offenheit gegenüber Menschen und der Schutz unserer Planeten sollte nicht als eine Modeerscheinung abgewertet werden. So kling der Begriff aber für mich und er wird gerne von Kritikern als genau das beschrieben.

  • Nerztanne
    Nerztanne Month ago +2

    Meiner Meinung nach sollte man Dinge beim Namen nennen. Niemandem bringt es großes Theater um einen Begriff zu machen. Und wenn man sich von Worten wie "dick" angegriffen fühlen ist das sein/ihr Problem, und ich bin müde so zu tun als wäre es nicht so.

  • Ronja
    Ronja 2 months ago +1

    Alicia macht einfach einen TED Talk Haha.. echt mega spannendes Video ❤😊

  • Emilia
    Emilia Month ago +1

    Tolles Buch ich bin deswegen weniger auf Social Media das Buch ist echt gut super toll geschrieben

  • Gleitgelmeister
    Gleitgelmeister Month ago +1

    bin Übergewichtig (nur so als kontext ) und habe auch ein Problem damit. Nicht jeder Übergewichtige sieht sich selber als gesund an. Ichweis wie ungesund das ist und versuche auch etwas dagegen zu tuhen aber es ist oft schwerer als viele denken. Dieses: ja ess doch einfach niocht so viel oder mach halt mal sport ist nicht nur viel leichter gesagt als getan sonders reicht oft direkt auch einfach nicht aus. Nur weil kleinere portionen nimmt, verliert man nicht gewicht und nur weil man sport treibt, komm man nicht in einen Kaloriendefizit. Es sollte mehr Aufklärung geben und weniger Stigmatisierung. Wir wissen, das wir Übergeichtig sind, wir wissen, dass das nicht gesund ist und wir wissen, dass man da etwas gegen tuhen muss. Jeden Tag erzählt zu bekommen, dass man doch weniger essen solle, führt zu nichts außer unnötigem stress und und nicht selten auch zu depressiven phasen oder Angstzuständen. Man braucht kein tollen Begriffe oder jemanden der einem Sagt, wie super man mit 140 Kilo doch aussieht, sonden Echte Hilfe und Begegnung auf Augenhöhe.

  • Isi987
    Isi987 Month ago +2

    Liebe Alicia, ich kann deine Argumentation teilweise nachvollziehen, allerdings finde ich es sehr schade, dass du deinen Fokus bei dem Thema darauf legst (Hier oder bei dem Gendersprache-Video) das sprachliche Änderungen kritisch zu betrachten sind als wirklich den Fokus darauf zu legen, was man machen kann. Wie du in deinem Video erwähnst, ist es so viel wichtiger Diskriminierungen zu bekämpfen und gegen Vorurteile vorzugehen, ist es dann nicht auch viel, viel relevanter Wege für diese Bekämpfungen darzustellen (z. B. indem du eine betroffene Person einlädst) als Kritik über Wege (die vielleicht nicht ideal sind, aber das gleiche Ziel haben) darzustellen? Vor allem mit deinen aufwendigen Recherchen und deiner Reichweite kannst du das bestimmt toll machen. Ich würde mich sehr darüber freuen!☺ LG

  • Feadzy
    Feadzy 2 months ago +2664

    Alles was ich mir von body positivity erhoffe, ist dass ich mit normalem Respekt behandelt werde. Nicht beleidigt, belästigt oder abfällig behandelt werde. Darüber hinaus muss für mich nichts beschönigt werden.

    • QuimeraOne
      QuimeraOne 29 days ago

      Das ist aber nicht möglich weil es kein Soziales Problem ist. Es steckt in uns Menschen seit Jahrtausenden, dass wir Menschen die (übergewichtig, Krüppel, Behindert) etc. gemein sind, weil diese in einem Ernstfall unser Leben beschränken oder im Weg stehen würden.
      Wie z.B. bei der Essens-Beschaffung, die Jagt oder das soziale untereinander. Der Mensch mit einem Problem schwächt die ganze Gruppe - FALLS er keine besondere Position findet, wo er Mehrwert schafft, wie z.B. bei der Planung etc.
      Es gibt nicht umsonst "abfällige" Bezeichnung einer Gesellschaft, weil diese im Rahmen einer Sozialen Lebens, unser aller mindert.
      Du glaubst mir nicht?
      80% der Krankenversicherungs-Belastung wird aufgrund von Krankheiten, die durch Übergewicht verursacht wurden.
      Statt diesen Schmerz zu vermeiden, sollte man ihn annehmen. Man sollte durchaus mal hören was andere Menschen sagen und das mal abgleichen. Wenn du zu Fett bist, dann solltest du auch abnehmen, denn das liegt alles im Rahmen der Möglichkeit.
      Schmerz vermeiden, ist genauso wie sich der Angst nicht stellen wollen. Das ist feige, und welcher Mensch mag schon Feiglinge unter sich zu haben?

    • Teafluencerin
      Teafluencerin Month ago

      @Googylon dein Kommentar beweist, dass du anscheinend keinerlei Ahnung hast vom stationären Handel, von der Ökonomie dahinter. Und warum gibst du dann so eine unqualifizierte Meinung ab, wenn du keinerlei Ahnung hast von dem Thema? Sowohl von dem Thema strukturelle Diskriminierung von Menschen mit einem höheren Gewicht als auch von dem Thema Einzelhandel? Beziehungsweise Modeindustrie? Es ist ja jetzt nicht so, als wär ich einfach irgendeine dahergelaufenen Tussi, nein, ich habe im Bereich Marketing für viele Mode Unternehmen in der Vergangenheit gearbeitet und ich habe auch ein Podcast über das Thema Mode zusammen mit einer Modedesignerin und eine große Zahl an Modedesigner, innen in verschiedenen Gebieten und bei verschiedenen Unternehmen in meinem Freundeskreis, mit denen ich mich auch regelmäßig über die Brause und natürlich auch über solche Dinge wie ökonomische Probleme in Zeiten der Pandemie ausgetauscht habe regelmäßig. Daher ist dein Kommentar sehr unqualifiziert in jeglicher Hinsicht. Vielleicht wäre mal das Buch „ Gesundheit kennt kein Gewicht“ etwas für dich? Und das ist natürlich sehr klischeehaft, dass es immer die selbe Art von Person ist, die sich angegriffen fühlt von einem solchen Kommentar, dass es eigentlich schon Comedy Gold😀

    • Googylon
      Googylon Month ago

      @Teafluencerin Dein Beispiel für Diskriminierung ist ernsthaft "es gibt nicht genug Klamottenläden und online kaufen ist schlimm, sagen zumindest die anderen"? Daran kann es doch nicht scheitern, dass man die Kommentare für Online-Shopping nicht abbekommen möchte (sofern überhaupt welche kommen). Es ist erstens umstritten, und stark von der Situation abhängig, ob im Laden kaufen überhaupt besser sei, als der Kauf im Netz; außerdem ist es viel besser, generell weniger zu konsumieren, als da spezifisch den Fokus drauf zu legen. Klar ist das mit der Kleidung schade, aber ich persönlich sehe das nicht als dermaßen großes Problem.
      Als Beispiele könnte ich mir eher Sitzplätze in der Bahn oder im Flugzeug vorstellen. Die diskriminieren aber auch übergroße Leute, also geht es vielleicht einfach nicht viel besser.
      Da komme ich dann zu dem zweiten Beispiel von dir, welches mir sehr sauer aufstößt. "Auch Menschen mit einem höheren Gewicht werden als weniger vital angesehen und das ist halt dieses vermeintliche Gesundheits Argument [...]. Inwiefern ist das vermeintlich? Seit jeher korreliert Gesundheit umgekehrt in gewissem Maße mit dem BMI (der für solche Durchschnittswerte in Studien völlig okay ist). "Health at every size" halte ich ebenfalls für ein grob falsches Statement und einen seltsamen Titel. Eine durchschnittliche adipöse Person ist IMMER ungesunder, hat eine niedrigere Lebenserwartung, ist weniger fit und hat schlechtere medizinische Werte als eine durchschnittliche relativ normalgewichtige Person. Risiken für Vorhofflimmern, Diabetes Typ 2, alles mögliche. Sobald man stark adipös ist bekommt man früher oder später Probleme, seien es Gelenke, Organe, Bewegung, was auch immer. Natürlich kommt es immer auf den Einzelfall an, aber stark Adipöse können meiner Meinung nach nicht gesund leben, und das was danach kommt (sehr stark adipös??) KANN nicht mehr "healthy" sein.
      Daran darf nichts positives sein. Wenn ein Mensch das so möchte, kann man das mit Gleichgültigkeit hinnehmen, aber man sollte starkes Übergewicht nicht positiv sehen.
      Ich sehe auch die Umstände, die dazu führen können, und dass es unfassbar schwer sein kann, daran etwas zu ändern. Das ist auch okay.

    • Skyrim-Clips-German
      Skyrim-Clips-German Month ago

      @Teafluencerin Ich denke schon. Falls nicht würden sie es nicht tun.

    • chris danger-godlike
      chris danger-godlike 2 months ago

      @No Name naja stimmt, aber heute musste anders denken, dass das runde Rad damals rund war, aber gestern bereits viereckig und heute hmmmm immernoch viereckig mit noch mehr unlogischen Ausreden, dass viereckige Reifen keinen Sinn machen und die Masse (wir) es nicht einmal mehr verstehen können, dass rund Räder das *einzig* "richtige" Rad wäre, sein könnte, obwohl es DAMALS alle wussten! \o/
      Ist so, aber WER will schon so anstrengend kompliziert denken? Wahrheit == uninteressant und zudem das selbe wie #Terrorismus

  • helene. pina
    helene. pina Month ago +2

    Ich arbeite selber in dem Bereich und finde "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" klingt ganz seltsam. Die brauchen zwar mehr Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse (z.B. Pflege, Essen anreichen, etc.), aber haben trotzdem dieselben Bedürfnisse wie wir!! Komisch, dass das dann als so politisch korrekt abgestempelt wird..ich find da die Bezeichnung "Menschen mit Assistenzbedarf" irgendwie angenehmer.

  • Eva Erdbeerchen :)
    Eva Erdbeerchen :) Month ago

    Interessantes Video danke!
    Zum Thema euphemistische Wortneuschöpfungen: Was haltet ihr vom Bürgergeld? Meiner Meinung nach einfach ein viel zu hoher bürokratischer Aufwand. Ist doch sowieso bald wieder negativ behaftet…

  • Taylo
    Taylo Month ago

    Soo ein gutes Video!!
    Kann dir nur rechtgeben :)

  • OrcaFPV
    OrcaFPV Month ago

    Sehr gutes Video meiner Meinung nach, danke dafür!

  • docboy989
    docboy989 Month ago

    DANKE Alicia.
    Und wie unfassbar toll ist es bitte, dass du George Carlin in deiner Beschreibung verlinkst ❤

  • Sir Uoro
    Sir Uoro Month ago

    Ich find's auch echt cringe, wie viele Leute mir als behinderten widersprechen, wenn ich meine, "nicht normal" zu sein.
    Das sind meistens dieselben Deppen, die mich gleich darauf als "besonderen/speziellen Menschen" bezeichnen. Als ob das irgendeinen unterschied ergibt 🤦🏽‍♂️

  • OgerPinata
    OgerPinata Month ago

    Nein danke. Ich hab genug von der ganzen Sonderbehandlungen, mit denen man diese Menschen behandeln muss.
    Privat habe ich die alle aus meinem Leben gestrichen und war noch nie zufriedener mit meinem Freundeskreis.
    Weil es einfach funktioniert. Man muss sich um nichts einen Kopf machen und kann einfach zusammen Spaß haben.
    Keine nervigen kulturellen Eigenheiten, die man nicht mal kennt, kein Rumgestammel wegen dem I oder Lektionen in progressive Gefühlswelten.
    Mir ist meine Zeit zu schade, um mich privat mit sowas auseinander zu setzen und mich in meiner eigenen Muttersprache einsperren zu lassen.
    Wo es nicht anders geht, höflich freundliche Distanz. Das reicht für Arbeit und Studium und signalisiert gleichzeitig, dass man keinen privaten Kontakt wünscht.
    Das funktioniert auch wunderbar, wenn man sich an die restlichen 90% hält.

  • doublebass
    doublebass Month ago +1

    Du hast 6. vergessen:
    Hört auf die Betroffenen! Die wissen und haben das Recht, zu entscheiden wie sie dekreptiv als Gruppe genannt werden wollen.

  • Fman 02
    Fman 02 Month ago

    Ich war skeptisch als ob ich das Video ansehen soll aber wirklich danke das du erwähnt hast das man nicht jeden verurteilen soll der nicht instant Politisch Korrekt redet ... ich bin zwar noch recht jung aber mit nicht so aktiv in den Sozialen medien und daher bekomme ich oft sowas nicht mit und nenne manchmal noch menschen so "politisch unkorrekt" aber ohne es böse zu meinen einfach nur weil ich nicht weiß wie der neueste begriff ist (hoffe man kann verstehen was ich meine :`D )

  • Fenrir
    Fenrir Month ago

    Für mich sind es Menschen Punkt
    Ob es das Wort N3ger oder Krüppel arm oder dumm ist , es bleiben Menschen und das ist mir persönlich
    wichtiger als Politischer Korrektheit
    Asa og Vana , habt nen schönen tag

  • Zeit Geist
    Zeit Geist 2 months ago +44

    Danke! Seit 20 Jahren erzähle ich jedem, der es hören will (oder auch nicht) von der Euphemismus-Tretmühle!
    Jetzt kann ich einfach dieses Video verschicken und so wichtige Atemluft sparen. Sehr gut und leicht verständlich erklärt.
    Realität beeinflusst Sprache, nicht umgekehrt. Jeder, der sich auch nur ein wenig für Linguistik oder Psychologie interessiert, sollte von Steven Pinker "The Language Instinct" lesen.

  • k s
    k s Month ago

    Ich stimme dir bei sehr vielen Punkten zu. Man muss aber ganz klar sagen, dass die Pro-Liste zu kurz ist. Die Forderungen zur Anpassung der Sprache hat ganz klardazu geführt, dass sich die Gesellschaft undPolitik intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt hat. Ob im grossen Stil oder einfach in Familien wo sich ein lternteil über diesen (z.B.) gender scheiss aufgeregt hat und die Kinder dan aufgeklärt haben. Einen Punkt den man hier (absichtlich?) weg gelassen hat.
    Du hasst aber natürlich vollkommen recht, dass man sich nicht nur mit der Sprache befassen kann und das eigneltiche Ziel nicht aus den Augen verlieren soll.
    Und die Studie mit dem Mitbewohner ist ein bisschen ein Witz und die Interpretation schon etwas weit hergeholt.

  • Meta
    Meta 2 months ago +1823

    Ich bin selbst von 2 der genannten Beispiele betroffen (schwul und körperlich behindert) und finde es sehr richtig, was du sagst. Ich würde dem gerne noch etwas hinzufügen:
    Wenn man immer wieder neue Euphemismen erfindet, um die gleiche Sache zu beschreiben, verschwinden die alten Worte nicht. Das einzige, was man dadurch tut, ist diese vielleicht teilweise negativ konnotierten Wörter nun komplett dem Gegner zu überlassen, sodass dieser sie als noch schlagkräftigere Beleidigung nutzen kann. Die Wortneuschöpfungen werden dann sowieso in der Regel nur von Menschen verwendet, die der beschriebenen Sache eh schon positiv gegenüberstanden und sie schützen möchten.
    Statt also die Worte den Gegnern zu überlassen, würde ich dafür plädieren, diese bewusst auch als Betroffener zu verwenden und so wieder positiv zu besetzen.
    Beispiel: "Bist du behindert?" (abwertend) und Antwort "Ja, ich bin behindert."
    "Was hast du für schwule Klamotten an?" "Ich bin ja auch schwul, ich darf das"
    Damit nimmt man der Abwertung doch jede Schlagkraft.
    Thanks for listening to my TED-Talk

    • WannabeBlackstar
      WannabeBlackstar Month ago

      auch wenn die idee nett ist, würde ich trotzdem nie ds n-wort sagen XD

    • vor 10 Min.
      vor 10 Min.  Month ago

      Damals als Kanacken(Ausländer aus dem Süden) sich noch nicht selber so genannt haben war das noch eine Beleidigung

    • Leomat r2
      Leomat r2 Month ago

      Grünes Wasser draufkippen

    • Eli Eli
      Eli Eli Month ago

      ✌️💪👌

    • Gaia Seraphina
      Gaia Seraphina Month ago

      @Elbytron
      Dann bezeichnet man sich alle paar Jahre mal eben anders? Je nachdem ob dieses oder jene Wort grade als Beleidigung gilt?
      Was für'n Sch... genauso gut könnte man auch das uralte Wort "Sodomit" verwenden. Das kennt inzwischen auch kein modernes Durchschnitts-Schwein mehr.
      Übrigens bedeutet "queer" nach wie vor im Englischen die o.g.Worte. Wenn man sich so bezeichnet sagt man von sich aus man sei merwürdig, seltsam, kauzig, wunderlich, etc.

  • AreyGlex
    AreyGlex Month ago

    Finde deinen Content sehr professionell und absolut super recherchiert und erklärt. Mich stört allerdings, dass man Dinge, die eben so sind wie sie sind schönen soll. Für eine Behinderung kann niemand was. Auch sehe ich einen Unterschied zwischen "bildungsfern" und "dumm". Denn selbst ein Akademiker kann absolut dumme Dinge tun oder von sich geben. Auch jemand der Bildung erfahren hat kann dumm sein. Das ist halt eine wertfreie Beschreibung. Groß, klein, dick, dünn, schlau, dumm, langsam, schnell. Es gibt genug Beispiele von Leuten, die im Vergleich zu anderen bildungsfern aufgewachsen sind und dennoch Genies sind. Siehe Elon Musk als Studienabbrecher oder Steve Jobs.

  • Patrick Ogay
    Patrick Ogay Month ago

    Bin total mit Ihnen einverstanden.
    Leider darf ich Sie nicht mehr als Querdenkerin bezeichnen...
    Aber es reicht ja, wenn es Leute gibt, die überhaupt etwas analytisch denken :-)

  • No Body
    No Body Month ago

    Sehr neutral, objektiv und diplomatisch zwischen sehr verhärteten Fronten. Schönes Video :)

  • Sweet Cherry
    Sweet Cherry Month ago

    Zu dem Thema "ingenieur/-innen"...
    Zu Beginn dieser Änderungen fand ich es wirklich sehr kompliziert und nervig,
    aber mittlerweile finde ich es gut. Gerade den neuen Generationen wird so beigebracht, dass kein Beruf ingewöhnlich für ein bestimmtes Geschlecht ist. Ich denke, ihr wisst, was ich meine. War garnicht so einfach, den zweiten Satz zu verfassen.😅

  • Gamingwelle
    Gamingwelle 2 months ago +1757

    Problem: Für mich verschiedene Wörter:
    - Ausländer = Nicht Deutscher.
    - Migrant = Ausländer, der nach DE gezogen ist
    - Mensch mit Migrationshintergrund: Vorfahren kahmen aus dem Ausland oder selbst eingebürgert

    • Wolf Winterstein
      Wolf Winterstein 15 days ago

      Wobei ich muss sagen, streng genommen, der Begriff "Migrationshinterrgund" oder mehr noch "Migrationsgeschichte" ist oft ziemlich absurd. Mein Bruder bspw. hat einen anderen Vater, dieser ist spanisch-italienischstämmiger Chilene. Dieser kam nach Deutschland, wo er später meine Mutter kennenlernte. Da meine Mutter es an sich hatte, die Väter ihrer Kinder mit der Schwangerschaft spontan zu verlassen, kannte er den Vater lange Zeit nicht. Er wuchs also in Deutschland auf, spricht 1A Deutsch, ist deutscher Staatsbürger. Er hat sogar blaue Augen (ich nicht, ich werde eher für ausländisch gehalten, bin es aber nicht).
      Das dieser junge Mann, an dem überhaupt nichts ausländisch ist, eine Migrationsgeschichte haben soll, ist irgendwie gurke? Ich meine, was für eine "Geschichte" bitte? Da gibts keine Geschichte. Sein Vater hat eine Migrationsgeschichte, aber doch mein Bruder nicht. Allenfalls eine Familiengeschichte.
      Es wäre jetzt auch nicht gerecht, ihn mit Migranten oder Ausländern in einen Topf zu stecken. Auf seine Entwicklung hat es allgemein gar keine Auswirkungen. Also das mit den Vorfahren ist schon grenzwertig, wessen Vorfahren wohnten denn schon seit vllt 5.000 Jahren in Germanien bis heute? Das träfe wohl auf die allerwenigsten zu.
      Steng genommen gilt das ja auch für Einwanderer aus Europa oder Nordamerika. Das Ganze ist nur relevant, wenn daraus bspw. eine Sprachbarriere resultiert.

    • OsnaRord
      OsnaRord Month ago +1

      Ich glaube die Clip-Sharerin gehört eher zu den etwas simpler gestrickten Zeitgenossen, deswegen denke ich nicht, dass sie über sowas überhaupt nachdenkt bzw. nachdenken kann.

    • Darq
      Darq Month ago

      Den Kommentar habe ich gesucht, diese Begriffe waren alle Konkretisierung und keine Euphemismen. Konnte dadurch meine viel zu lange Post löschen.

    • Κώστας Ⲇικέφαλαιος
      Κώστας Ⲇικέφαλαιος Month ago

      Habe die doppelte Staatsbürgerschaft, bin also auf dem Papier auch Deutscher, bezeichne mich aber trotzdem als Ausländer.

    • Lady Alexandra
      Lady Alexandra Month ago

      Deutsche sind auch Ausländer. - wenn sie in einem anderen Land als Deutschland sind. (Zb wo ich jetzt bin. )

  • Domi craft
    Domi craft Month ago +1

    Man kann auch wenn man zu sehr in eine Richtung die gut gemeint ist fährt gegen eine Wand fahren. Und dieses aggressive "man darf niemandem auf dem schlips treten also trete ich jedem der jemanden auf den Schlips treten könnte noch bevor er es tut auf den Schlips" finde ich so doppelmoralisch und nervtötend. Wir haben so viele Probleme in der Welt da würde es wirklich helfen sich mal weniger Erklärungen auszudenken warum etwas ist wie es ist nur um ohne bedeutenden Aufwand als Held dazustehen sondern mehr Gedanken drüber zu sachen wie man SEINE EIGENEN PROBLEME mit dem EIGENEN Körper in den Griff kriegt ohne die halbe Welt mit einzubeziehen.

  • Nubische Prinzessin
    Nubische Prinzessin 2 months ago +31

    Danke! Ich hab oft das Gefühl es wird mehr Energie in die korrekte Sprache gesteckt als darein sich in andere Menschen hineinzuversetzen, Verständnis aufzubringen, sich zu informieren und sich dann korrekt zu verhalten und eine entsprechende Haltung anzunehmen ....
    Oh und danke dass du die Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat wegen Braunkohleabbbau erwähnst! Gehöre dazu :(

  • Paddy
    Paddy Month ago

    ich kann zum thema übergewicht eine story aus meiner familie erzählen
    mein kleiner bruder ist seit kindestagen übergewichtig (um mal klarheit zu schaffen 90 kg bei einem 7 jährigen ist zu viel) nach einer kur wog er 62 kg dann kamen die gewohnheiten wieder von der schule vorn fernsehr mit gummibärchen
    kein sport mehr keine bewegung kein draußen spielen und schupp waren wa bei 134 kg mit 10 jahren
    egal welche neuartige bezeichnung es dafür gibt übergewicht ist übergewicht
    zum vergleich ich selbst bin eine bohnenstange gleichen gene gleichen eltern gleiche erziehung .....
    sein problem hinter einer neuen betitelung zu verstecken und damit zu rechtfertigen ist keine lösung in diesem falle
    political correctness mag in der ein oder anderen sache zweckdienlich sein sollte aber auch zugleich in vielen dingen des alltags verboten werden denn dadurch wird viel mehr schaden angerichtet wie gutes entsteht
    mittlerweile bin ich selbst behindert durch einen schweren verkehrsunfall
    wenn ich diese neue betitelung höre kommt mir nur was mit sexuellem in den kopf dort spricht man von besonderen bedürfnissen
    dann lieber die altmodische bezeichnung bitte oder das englische wort handycap

  • BabylonPunk
    BabylonPunk Month ago +1

    Total burdiem dieses Video!
    💐

  • Isabellé Vedere
    Isabellé Vedere 2 months ago +1325

    Ich bin selber ÜBERgewichtig aufgrund einer lange nicht entdeckten Schilddrüsenunterfunktion. Body positivity ist, meiner Meinung nach, einfach nur fehl am Platz. Bis heute wüsste ich nicht, dass ich eine Krankheit habe, wenn ich mich einfach dem Gewicht hingegeben hätte ganz nach dem Motto: Body positivity, ich bin wer ich bin.
    Das Wort „Mehrgewicht“ ist mir auch besonders in letzter Zeit aufgefallen und ich habe mich die ganze Zeit veräppelt gefühlt. Denn ob mehr oder über… das Problem löst sich nicht und man wird auch nicht gesünder. Danke für das Video 🙏🏻

    • Skythunder Sky
      Skythunder Sky 2 months ago

      @MarsToRover Die Gesellschaft hat keine Schuld an ärztlichem Versagen, so harsch das auch klingt. Es ist keine Lüge dass die überwiegende Mehrheit übergewichtig durch falsche Ernährung geworden ist. Ist aber auch kein Wunder, wenn man sich mal anschaut, was man überhaupt noch essen darf, wenn man z.B auf zu viel Zucker und zu viel Salz verzichten möchte. Vielen fehlen aufgrund des Alltags auch einfach die Zeit, sich mit guter Ernährung auseinanderzusetzen und gesund zu kochen. Auseinandergehen wie ein Brot im Ofen ist aber auch keine Lösung. Außerdem sagt keiner was, wenn das Übergewicht einer Krankheit zu grunde liegt. Fakt ist jedoch, dass das nur bei den Wenigsten der Fall ist

    • Skythunder Sky
      Skythunder Sky 2 months ago

      @Hallow Weniger das, es ist einfach eine logische Überlegung. Davon abgesehen mag kein normaldenkender Dicke seinen Körper und würde lieber gerne abnehmen. Ich habs halt satt in meiner Prime (21 Jahre alt) 122kg zu wiegen. Bin jetzt innerhalb diesen Jahred ohne Sport zu machen runter auf 109 und hab mir letzte Woche erst neue Hoodies als Belohnung geholt (bin eine Größe geschrumpft). Nächstes Jahr endet dann hoffentlich in den mitte 90ern und das Jahr darauf sollte ich dann theoretisch nicht mehr fett sein

    • Josias Lourenço
      Josias Lourenço 2 months ago

      Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen,
      Hebräer 12:14
      So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden vertilgt werden;
      Apostelgeschichte 3:19
      So sehet ihr nun, dass der Mensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot.
      Jakobus 2:24,26

    • Hallow
      Hallow 2 months ago

      @Skythunder Sky "ich mag meinen Körper nicht und tue was dagegen statt zu verlangen das alle anderen meinen Körper schön finden müssen damit ich mich besser fühle", du bist einfach nen Gigachad

    • MarsToRover
      MarsToRover 2 months ago +3

      Ich hab eine Freundin mit genau der gleichen Krankheit wie du, und deshalb sehe ich halt auch die andere Seite etwas kritisch. Weil sie war dann halt damals wegen ihrer schnellen Gewichtszunahme bei mehreren Ärzten, die ihr alle gesagt haben, dass sie halt einfach mal weniger essen solle, obwohl sie zu dem Zeitpunkt kaum noch was gegessen hat. Es hat lange gedauert, bis ein Arzt mal genauer geschaut hat, statt alles auf ihr Essverhalten zu schieben.
      Also ja, einerseits ist Übergewicht ungesund, und sollte jetzt nicht als normal und gesund dargestellt werden, andererseits ist es halt oft auch ein Symptom einer physischen oder auch psychischen Erkrankung, und es bringt da garnichts, den Leuten immer nur zu sagen, sie sollen halt einfach mal weniger essen und mehr Sport machen. Das ist dann in etwa so hilfreich wie der Tipp "Sei doch einfach mal zufriedener" bei Depressionen. Auch andere Krankheiten werden bei Übergewichtigen werden von den Ärzten dann gerne mal aufs Gewicht geschoben. Deshalb verstehe ich es schon, wenn übergewichtige Menschen irgendwann resigniert sind, und dann sagen, dass ihr Gewicht normal und gesund ist, wenn sie es erstmal trotz verschiedener Versuche nicht schaffen, abzunehmen, ihre Probleme nicht ernstgenommen werden, und sie sich eher noch Beleidigungen anhören müssen, dass sie zu faul/willensschwach wären.
      Von daher wünsche ich mir einfach mal einen differenzierten Umgang mit dem Thema, wo man anerkennt, dass Übergewicht nicht gesund ist, wo man allerdings auch auf die Probleme der Betroffenen eingeht, und ihnen auch wirklich beim Abnehmen hilft, statt sie sofort aufgrund ihres Äußeren zu verurteilen und zu beleidigen.
      Aber leider bleibt das wohl nur Wunschdenken, denn im Internet ziehen Schwarz-Weiß-Denken, Konflikte und Streit halt mehr, als differenziertes Lösungsdenken

  • Härtie
    Härtie Month ago +13

    Ich will dieses mal gar nicht auf das Thema eingehen, sondern einfach nur mal DANKE sagen. Deine Inhalte sind einfach so oft eine Punktlandung in meinen Augen, dass es einfach eine Wohltat ist, diese Videos zu sehen. Ganz meine Linie. Vielen vielen Dank und weiter so.

  • Cunterina Viola Ottes-Voll

    Ein paar Gedanken von mir:
    1. Die Worte „Ausländer“, „Migrant“, „Mensch mit Migrationshintergrund“ und „Mensch mit Migrantionsgeschichte“ haben unterschiedliche Bedeutungen (Ausländer =Mensch aus einem anderen Land; Migrant=Mensch, der in einem anderen Land geboren wurde und heute z.B. in Deutschland lebt; Migrationsgeschichte/-Hintergrund = (Teile) der Vorfahren kommen nicht aus z.B. Deutschland).
    2. „Menschen mir Behinderung“/„behinderte Menschen“ wird von Betroffenen selbst verwendet und meines Wissens auch empfohlen.
    3. „People of Colour“ bedeutet etwas anderes als „Schwarz“ (ersteres beinhaltet z.B. asiatisch oder indigen gelesene Menschen).
    4. Das Nutzen neuer Wörter hindert mich nicht daran, gleichzeitig gegen die entsprechende Ungleichbehandlung zu handeln. Dieses Argument ist also sehr schwach. Zugleich widersprichst du dem Argument selbst, als du auf die verletzende Wirkung bestimmter Worte hinweist (die Deutungsmacht darüber würde ich immer den Betroffenen zusprechen…)
    5. Es geht nicht in erster Linie um Verbote, sondern vielmehr um ein positives Vorleben - wie auch beim Gendern verstehen mich z.B. meine Schüler*innen sehr gut, obwohl ich „politisch korrekt“ spreche (und ich arbeite an einer Schule mit sehr bildungsfernen und sozial schwachen Elternhäusern). Und wenn sie etwas nicht verstehen, fragen sie halt - das passiert doch auch so in fast jeder Kommunikation.
    Knutscher von eine politisch korrekten, links-grün-versifften, gendernden Tunte 😘

  • Ram Das
    Ram Das Month ago +1

    Taurig dass man das überhaupt erklären muss, es scheint doch so selbstverständlich.
    Finde dein Video hat gut angefangen, aber der letzte Teil war unnötig. Du musst den Leuten doch nicht sagen wie sie denken und wie sie sich verhalten sollen, das machen Funk und co schon bis zum erbrechen.
    Wenn deine Zuschauer nicht komplett "kognitiv herausgefordert" sind werden sie selbst darauf kommen wie sie sich am besten verhalten. Und hier wären wir beim eigentlichen Problem: Die meisten Leute machen alles mit auch wenn es unsinnig ist. Worte sind wie du sagst grundsätzlich beliebig, die Bedeutung erfahren sie erst durch die Gruppe, durch die massenhafte Benutzung in eine Richtung. Es kommt also auf die Menschen an ob sie alles nachplappern was ihnen gesagt wird. Das Problem ist also viel grundlegender, die Menschen sind nicht frei in ihren eigenen Köpfen. "Eine Zensur findet nicht statt", aber in Wirklichkeit fängt diese schon beim Sprechen an. Wer die Sprache kontrolliert, der kontrolliert auch ein Stück weit die Menschen. Es sind nicht nur Leute mit guten Absichten welche die Euphemismen vorantreiben.

  • LiLa Lost
    LiLa Lost Month ago

    Ich finde es macht keinen Unterschied welches Wort man nimmt. Da es immer die selbe "schlechte" Behaftung hat. All diese Probleme kommen nur dadurch das wir Menschen andere Menschen ständig in Schubladen stecken wollen. Aber wir sind doch alle MENSCHEN. Egal ob dick oder dünn, arm oder reich. Alle haben Probleme, alle müssen irgendwie ihr Leben meistern also warum sehen wir nicht einfach nur den Menschen anstatt Schubladen denke.

  • Iwa
    Iwa 2 months ago +2387

    Als eine 15-jährige Übergewichtige Person, finde es sehr kritisch, Übergewicht als etwas positives darzustellen. Übergewicht als auch Untergewicht existieren. Eine person, die 170cm groß ist kann wohl kaum kein Übergewicht haben, wenn sie zB 160kg wiegt. Andererseits hätte diese Person aber auch eindeutig untergewicht wenn sie zB 30kg wiegt.
    Body neutrality sehe ich als angebracht. Keinem geht der Körper des anderen etwas an. Man fragt nach keiner Meinung, und diese sollte nicht ungefragt aufgebracht werden. Dennoch sollten Unter- und Übergewicht nicht als etwas gesundes dargestellt werden.
    Ich finde die Begründung 'Mehrgewicht' statt 'Übergewicht' zu benutzen recht sinnlos bzw unbegründet, da wir alle das Wort Übergewicht kennen und zumindest ich sehe keinen Unterschied der beiden Wörter

    • Lara Jackson
      Lara Jackson Month ago

      @Sabine same, ich finde auch das es einen großen Unterschied zwischen "mehr" und "über" gibt... Wenn ich von etwas "mehr" habe freue ich mich i.d.R. darüber (z.B. Äpfel) ... wenn ich etwas über habe, dann weiß ich nichts damit anzufangen oder es würde mich sogar belasten (die Äpfel nehmen Lagerplatz ein, den ich für andere Dinge gerne nutzen würde oder sie fangen sogar an zu gammeln und fallen mir dabei zur Last)
      Wenn ich also mehrgewichtig bin... habe ich halt etwas "mehr" Gewicht, das wirkt sich nicht ausschlaggebend auf meinen Alltag aus... dann kaufe ich halt ne größere T-shirtgröße oder ich habs sogar einfacher weil ich nicht so schnell friere.. dafür schwitze ich vielleicht im Sommer schneller.. aber ein Deo löst daraus eventuell entstehende Probleme.
      Bin ich übergewichtig, wirkt sich mein Gewicht auf meine Lebensqualität negativ aus.. Ich habe schwierigkeiten Klamotten in meiner Größe zu finden (vllt muss ich sie speziell schneidern lassen und das kostet mehr Geld) Ich kann keine Treppen erklimmen und oder auch nicht zu Fuß in den nächsten Rewe in 5min Entfernung, um mir zu Essen zu kaufen... Ja es wirkt sich sogar stark auf mein Selbsbewusstsein aus: ich fange an mich selbst abstoßend zu finden, weil ich bestimmte Sachen nicht so machen kann wie ich es gerne hätte, in einem Maße, das ich keine Lösung für meine Probleme finde, die mich nicht selbst noch weiter zusätzlich belasten. Das Übergewicht muss hier auch nicht die Ursache aller dinge sein... ich kann hoch depressiv sein und als Folge aus (ungesunden) Bewältigungsmechanismen zu viel Essen, weil ich versuche daraus Glückgefühle mit leckerem Essen zu erlangen... es kann auch eine Folge von Medikamenten sein ... egal Folge ist: ich bin übergewichtig und die Folgen hindern mich an meinem Prozess mit der Depression umgehen zu lernen oder verhindern das ich die Depressionen in den Griff bekomme.
      Deswegen ist es auch unsinnig jemanden zu beleidigen der übergewichtig ist, vielleicht sogar mit einem Wort das in sich eigentlich keine Entwertung des Gegenübers beinhaltet. Es ist irrational, deswegen sollten neutral gesehen solchen Kommentaren keine Beachtung geschenkt werden, sie helfen der betroffenen Person in keinster weise. Deswegen habe ich als fremde Person auch nicht die Aufgabe in dieser Hinsicht jemanden darauf egal in welcher Form darauf hinzuweisen, der Kommentar hat keinen Nutzen außer vllt. einen persönlich egoistischen ... und egoistisch ist i.d.R. nichts nachdem gestrebt werden sollte.
      Wenn ich aber jemanden mit "mehrgewichtigkeit" vor der "übergewichtigkeit" in Schutz nehme, und ihn/sie in seiner(!) Ansicht (!) damit bestätige, das sein faktisch(!) ungesunder körperlicher Zustand, eben doch keiner sei und deswegen jede Person im Umfeld sich auch nach seinen "Umständen" zu richten hat .. dann ist das simpel ausgedrückt.. schlecht, von der Person egoistich und nebenbei ist damit auch niemandem geholfen.
      Genauso wie oder vllt auch weil? (um auf den Ursprungskommentar Bezug zu nehmen) es natürlich unsinnig ist, zu versuchen einen schlechten Körperlichen Zustand als gut/positiv darzustellen.
      Wenn ich also mit dem Gebrauch von "Mehrgewichtigkeit" genau jene eben beschriebenen Gruppe also damit auch noch Recht gebe ... schade ich dieser Person in dieser Hinsicht sogar.
      Ganz anders ist es, wenn mich eine Person, die ich persönlich(!) kenne und deren Situation ich kenne bittet, sie/ihn nicht übergewichtig zunennen, weil es ihn/sie daran hindert, die persönlichen Ziele der besseren Lebensqualität zu erreichen.
      und sogar in dieser Situation könnte ich, ihm/ihr vllt. sogar mit Liebe, Empathie und Verständnis erklären, das der körperliche Zustand rein gar und absolut nichts mit ihrem Wert als Person zu tun hat und das sie wie jede andere Person auch verdient hat, bedingungslos geliebt und gewertschätzt zu werden und das unabhängig ob sie/er in der Lage ist, gerade oder zukünftig ein Normalgewicht zu erreichen.

    • banana duck
      banana duck 2 months ago

      15 Jahre und schon dabei Alicias Videos zu schauen😌👏👏

    • Danpower
      Danpower 2 months ago +2

      ​@Agnostic Panda Stimmt einerseits, aber andererseits gibt es auch so viele andere vielseitige Probleme jenseits von Übergewicht, die unser Gesundheitssystem regelmäßig viel Geld kosten. Natürlich macht es das nicht besser, aber immer das Gesundheitssystem anzuführen, während wir rauchen, Alkohol trinken, Autofahren und so viele andere Dinge tun, die das Gesundheitssystem ebenfalls viel Geld kosten und dabei auf die Gesellschaft scheißen (von vielen anderen Punkten, wo wir uns verhalten wie die Axt im Wald und dafür die Gesellschaft langfristig aufkommen muss ganz abgesehen) hat auch immer einen etwas faden Beigeschmack.

    • Don Karacho
      Don Karacho 2 months ago +2

      Dem muss ich zustimmen. Ich bin übergewichtig. Habe zwar die letzten Wochen 10 kg abgenommen, bin jetzt unter 130 kg, was aber immer noch viel zu viel ist für 182 cm. Und eine andere Wortwahl ändert daran nichts. Ich merke die negativen Auswirkungen (Bluthochdruck, Blutzucker, Behäbigkeit, ...), die sich aber langsam bessern. Ich kann mir nicht helfen, mein Übergewicht als negativ wahrzunehmen, egal, wie jemand das nennt. Ich bin froh, langsam einen Modus-Vivendi gefunden zu haben, ohne Quälereien langsam, aber beständig abzunehmen. Sprachregelungen, die hier irgendwas beschönigen oder verschleiern, sind hier nicht hilfreich.
      Wer konstruktiv diskutieren will, kann nicht politisch korrekt sein. Man muss das Kind beim Namen nennen dürfen.

    • Aaron Wamser
      Aaron Wamser 2 months ago

      Sehe ich sehr ähnlich. Der einzige Aspekt, auf den ich mir noch keinen Reim machen kann, ist, ob es andere Leute wirklich nichts anginge, wenn ich z.B. schwer übergewichtig oder extrem faul wäre. Hätte ich dann nicht einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft? Und wäre nicht somit mein Übergewicht oder meine Faulheit auch Gegenstand des öffentlichen Interesses?

  • M
    M Month ago

    Bei dem ersten Punkt deines 5-Punkte-Fazits bin ich anderer Meinung. So, wie ursprünglich neutrale oder positiv konnotiert Begriffe negativ konnotiert wurden, kann man sie auch wieder umkonnotieren. Früher wäre "Du bist toll!" wohl als beleidigend aufgefasst worden, weil toll so viel wie verrückt/irre/bekloppt hieß. Heute ist es ein Lob, es heißt "Du bist super/Du bist gut".
    Wenn einem jemand etwas wegnimmt, kauft man sich dann einfach was Neues und wieder was Neues, wenn einem auch das Neue weggenommen wurde? Wo hört das auf? Oder versucht man, es zurückzubekommen? Ich würde es gut finden, wenn man die Begriffe nicht den feindlich Gesinnten überlässt, sondern sich zurückerobert. Bei deinem Schwamm-Beispiel würde das bedeuten, dass man zu dem roten Wasser statt (nur) klarem auch z. B. blaues hinzugießt, statt sich einen neuen Schamm zu suchen, der auch wieder mit dem roten verseucht werden kann. Einen Erkrankten überlassen wir nicht den Keimen, wir versuchen ihn wieder gesund zu bekommen.
    Der Schwamm wird wahrscheinlich nie wieder seine ursprüngliche Farbe zurückerhalten, aber er wird auch nicht mehr rot sein. Und je nachdem, wie viele Menschen nicht aus Angst, vor dem Rot oder für Rot gehalten zu werden den Schwamm wechseln, wird das Blau immer stärker.
    Und mal ganz utopisch mutig gedacht: Was für ein Triumph wäre es für Menschen mit einer dunkle(re)n Hautfarbe, wenn sie das Wort "Neger" für sich erobern könnten?
    Edit: Er, dessen Name nicht genannt werden darf - Harry spricht den Namen aus, um ihm diese Macht zu nehmen: Voldemort

  • das_f.l.x
    das_f.l.x Month ago

    11:21 Irgendwie find ich die Animation gerade unendlich witzig 😂😂😂

  • Max Munter
    Max Munter Month ago

    Ich finde, neben diesen ganzen tollen Kommentaren hier, kann man noch ergänzen, dass diese ganzen Begriffe, die wir als Ersatz nutzen, letztendlich teilweise auch einfach unpräzise sind. Sie erfassen das Problem nicht und sind eben teilweise auch euphemistisch.
    Und, was ich auch extrem bescheuert finde, ist, dass wir uns mit der Sprache verfranzen, anstatt den größeren Problemen ins Auge zu fassen. Es kommt mir manchmal so vor, dass - egal wie sehr man sich für gewisse Themen einsetzt - die besser dastehen, die mit dem neusten Trend der Sprache gehen, allerdings vielleicht noch nie wirklich selbst einen Finger gerührt haben.

  • annenarg
    annenarg Month ago

    "hat ne Behinderung" klingt halt nach "ok diese Person kann nicht unbedingt alles, was ich kann", während "mit besonderen Bedürfnissen" eben nach "oh der wird mir Arbeit machen" klingt. Besonders, wenn man sich vorstellt, dass man mit dieser Person in einer WG wohnen soll.

  • Mee laa
    Mee laa 2 months ago +46

    Ich liebe es, dass du einfach immer zur Ursache des Problems leitest und nicht wie viele andere nur über die Symptomatik philosophierst. Es ist so wichtig immer wieder offen zu legen was die Ursachen sind und dort anzusetzen, weil eben viele gar nicht so weit denken

  • Jolina Mennen
    Jolina Mennen 2 months ago

    10/10 🙌🏽✨ liebe dieses video sehr!

  • Tomo
    Tomo Month ago

    Ich benutze immer „Mehrgewicht“, warum genau weiß ich gar nicht. Vielleicht wirklich, weil es nicht so herablassend klingt. Aber ich habe auch ehrlich gesagt keine Ahnung, was betroffenen Personen lieber haben (folglich, ich bin nicht betroffen).

  • Hannah Langenohl
    Hannah Langenohl 2 months ago +13

    Ich selber bin zu 100% Schwerbehindert und benenne dies auch so. Ich fühle mich viel eher ausgegrenzt, wenn jemand sagt „Sie ist ein Mensch mit besonderen Bedürfnissen“, als wenn jemand sagt „Sie hat eine Behinderung.“ Ich finde man kann Wörter und Sachen auch „tot benennen“ Dieser Drang alles „korrekt“ zu bezeichnen und ALLE miteinzubeziehen, sorgt meiner Meinung nach viel eher für Ausgrenzung. Ich finde es wichtig veraltete, abwertende Begriffe abzuschaffen, aber letztendlich kann man alles abwertend sagen. Was bringt es einem etwas politisch korrekt zu bezeichnen, aber die selbe Einstellung den Menschen gegenüber zu behalten. Tolles Video, wie immer!

  • Julia Cheer
    Julia Cheer Month ago

    Deine videos sind immer so gut

  • seppp 123
    seppp 123 Month ago +1

    Schulden = Sondervermögen
    Wird ja auch aktuell von der Regierung lieber Sondervermögen gesagt aber am Ende sind es ja trotzdem noch Schulden 😅

  • Elizius Raz
    Elizius Raz Month ago

    Das Ding ist ja auch, dass man immer neue Wörter einführt, die allerdings nach einer gewissen Zeit dann auch nicht mehr akzeptabel sein werden. Letztendlich führt das zu nichts. Das Problem ist mehr, dass Übergewicht einfach anscheinend ein Problem ist und deshalb wird jede Bezeichnung dafür irgendwann zum Problem.

  • Ánuar Sifuentes
    Ánuar Sifuentes Month ago

    Echt gutes Video! Glückwunsch

  • Colenin
    Colenin Month ago

    Ich bin fett und alternative Wörter dafür helfen mir auch nicht beim abnehmen.
    Ich schlage vor, "mehrgewichtig" nur zu Leuten zu sagen, die tatsächlich auch das "Mehr"fache von einem selber wiegen lol

  • Gnome de Guerre
    Gnome de Guerre Month ago

    Ich bin seit Geburt Behindert und hab lange gebraucht um das Wort Krüppel für mich zurückerobern. Für MICH (nur für mich) hat das was befreiendes. Aber trotzdem, Danke für das Video

  • Haa Nsolo
    Haa Nsolo Month ago +1

    Sozial schwach müssten doch eher Personen in z. B. kaputten Familien oder mit wenigen sozialen Kontakten genannt werden. Das könnte aber auch durchaus die reichen treffen.

  • Pater Romanow
    Pater Romanow Month ago +1

    Sondervermögen, Punktbegabte, Erlebende. Wir sind im Gaga-Versum. Sonderbehandlung ist übrigens auch ein schwieriges Wort...

  • Johanna _20
    Johanna _20 2 months ago +550

    Das Video war sehr interessant, danke! Ich finde es selbst manchmal schwer, bei den ganzen Begriffen hinterherzukommen und ich bin noch Teenager. Mich stört es sehr, wenn in einer Debatte auf einmal die Verwendung des „politisch korrekten Begriffs“ wichtiger ist, als das eigentliche Argument.

    • Lomiris [ Miriam ]
      Lomiris [ Miriam ] Month ago

      Du hast eine super Intuition! Bewahrt dir die, die wird dir ein besserer Kompass in deinem Leben sein als sämtliche Indoktrinationen von außen.

    • Johanna _20
      Johanna _20 2 months ago +1

      @Arthemisia Ekuwa genau so geht es mir auch! Da ich mich hauptsächlich in der LGBTQ+ Community bewege, kriege ich dort natürlich besonders viel mit und ich selbst bin manchmal abgeschreckt von den ganzen Begrifflichkeit und das obwohl ich nun schon lange „dabei bin“ und mich recht gut auskenne. Gerade bei nicht-binären Personen bin ich mir immer ein bisschen unsicher, was ich davon bzw von den ganzen Begriffen halten soll. Dadurch, dass alles in Kategorien eingeteilt ist, ist es zwar manchmal leichter zu beschreiben, aber es stört mich auch. Wieso nennen sich manche Menschen nicht-binär, nur weil sie keine langen Haare tragen wollen und nicht wie eine Frau aussehen? Muss ich jetzt jedes Frauen Klischee erfüllen um noch Frau zu sein? Ich bin da immer ein bisschen zwischen „find ich gut“ und „ist jetzt aber bissle übertrieben, was?“ hin und hergerissen…

    • Arthemisia Ekuwa
      Arthemisia Ekuwa 2 months ago +2

      Du schreibst genau das, was ich bei diesem Video gedacht hatte. Eigentlich sollte es doch darum gehen, Menschen weniger auszugrenzen, statt dessen wird auf Begrifflichkeiten herumdiskutiert, die mit dem zugrunde liegenden Problem gar nichts mehr zu tun haben.

    • Theresia
      Theresia 2 months ago +7

      @PRINCE 🅥 JUNGE schreib das nicht unter jedem Kommentar!! Bitte es nervt!

    • Insi
      Insi 2 months ago +25

      Der letzte Satz deines Kommentars ist stark! Du hast recht, das ist echt ein Problem geworden...

  • cxxxk
    cxxxk Month ago

    Für mich wirken diese Wortneuschöpfungen oft fast als Bestätigung dafür, dass man zu der beschriebenen Sache ja durchaus negativ eingestellt sein kann. Ein Beispiel (auch wenn es hier nicht eine Wortneuschöpfung, sondern eher der "wissenschaftliche" Begriff ist) was mich selbst (schwul) betrifft: Ich sehe in den Wörtern "schwul"/"gay" keine negative Bedeutung, obwohl sie ja durchaus auch negativ genutzt werden können. Allerdings triggert es mich manchmal irgendwie, wenn Leute ganz vorsichtig "homosexuell" sagen, weil sie Angst haben, was falsches zu sagen. Und diese Angst sorgt meiner Meinung nach für noch mehr Distanz. Wenn ich mich angegriffen fühle, dann ist das nicht wegen der Wörter, sondern wegen der Intention dahinter.

  • 2005
    2005 Month ago +2

    Könntest du mal auf Aljosha's Reaction zu deinem Video reagieren, würde mich mal interessieren was du zu seiner Kritik sagst

  • Wumble is the best
    Wumble is the best Month ago

    Dieses 13-Fragen-Formaten ist eh immer schwierig, die Moderatoren sind recht parteiisch und kritisieren die weniger "woken" Teilnehmer überproportional häufig. Vor lauter Correctness geht bei denen der wichtige Diskurs unter.

  • A. K.
    A. K. 2 months ago +16

    Liebe Alicia,
    Das Phänomen, das du in deinem Video beschreibst, nennt man in der Linguistik auch den "Kampf um Wörter" oder "Begriffe besetzen". Dabei handelt es sich um eine grundlegende sprachliche Strategie, die insbesondere in der politischen Sprache zum Standard gehört.
    Dabei versuchen die Beteiligten einen bestimmten Begriff für die eigene Gruppe zu beanspruchen, eine Fremdgruppe abzuwerten oder einen neuen Begriff für einen Sachverhalt zu prägen.
    Der Konflikt in der Diskussion entsteht dann dadurch, dass es verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Ideologien gibt. Je nachdem, welcher Ideologie man angehört, nimmt man Begriffe unterschiedlich wahr. So ist z.B. "Klimaschutz" für die Grünen positiv geprägt, während der Begriff für die AfD stark negativ geprägt ist.
    Deshalb wollte ich deine Ausführungen nochmal um diese Perspektive erweitern, weil es gar nicht unbedingt darum geht, wie etwas gemeint ist. Durch die eigene Ideologie nimmt man Begriffe eben anders wahr als andere und nur weil man einen Begriff ablehnt, heißt das nicht, dass die andere Seite den Begriff absichtlich negativ benutzt.
    Im Unbubble-Video wird so eine Bezeichnungskonkurrenz sehr deutlich. Der Arzt sagt "Übergewicht" und die andere Seite "Mehrgewicht". Die beiden Begriffe bezeichnen ein identisches Konzept, werden aber durch die ideologischen Standpunkte der Akteure verschieden wahrgenommen. Jede Äußerung ist ideologisch geprägt und das sollte man sich immer mal wieder bewusst machen.
    LG

  • marquz90
    marquz90 Month ago +1

    Mal ne kleine Gedankenfrage: warum sagst du „N-Wort“ und sprichst es damit nicht aus, sagst aber „Krüppel“ in deinem Video?

  • Lady Alexandra
    Lady Alexandra Month ago

    "besondere Bedürfnisse" geht aber inzwischen auch nicht mehr. - Ich bin Autistin und habe definitiv besondere Bedürfnisse. Das ich damit besonders unbeliebt bin, tja, eh. Es nervt die anderen, aber mich auch manchmal. Trotzdem, ich finde den Ausdruck "besondere Bedürfnisse haben" sehr treffend.

  • Julia Otto
    Julia Otto Month ago +9

    Ich würde gerne mehr von deinem Oberkörper beim sprechen sehen. Finde es spannend welche Gestiken du machst bei vielen Wörter. Ich finde das drückt noch mehr aus was du sagen willst oder macht die Verständlichkeit leichter.

  • ViewOf
    ViewOf Month ago

    Bestes Beispiel: "Hausmeister" soll jetzt mit "facility manager" ersetzt werden. "Meister" ist wohl einer der ehrenwertesten Begriffe überhaupt. Offensichtlich kommt die negative Wertung (Konnotation) nicht vom Wort, sondern vom Kontext.

  • Lea
    Lea 2 months ago +879

    Jetzt kann ich mir ewig lange, kräftezehrende Diskussionen sparen und auf dein Video verweisen. Es geht eben nicht um das Wort, sondern die Bedeutung dahinter und solange sich der Umgang nicht ändert, kann man 100 neue Worte erfinden und es wird nach einiger Zeit trotzdem negativ behaftet sein

    • Ace Ace
      Ace Ace 2 months ago

      Problematisch ist auch, dass unter anderem Leute aus Dokus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk einem weiß machen wollen, dass die Intention völlig irrelevant ist und es immer nur darauf ankommt, wie es bei demjenigen ankommt. Es darf sich also jeder bei absolut jedem Wort, das im Duden steht und darüber hinaus, angegriffen, beleidigt etc. fühlen und immer die andere Person direkt des Rassismus, *-phob etc. bezichtigen. Das ist ein sehr großes Problem, wie ich finde. Man sollte lieber mal die "Opfer" aufklären, dass nicht alles automatisch Rassismus, *-phob etc. ist und ihnen mal die eigentlichen Bedeutungen der Wörter beibringen.

    • chriss0r
      chriss0r 2 months ago +2

      @Josias Lourenço Gesundheit

    • Josias Lourenço
      Josias Lourenço 2 months ago

      Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen,
      Hebräer 12:14
      So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden vertilgt werden;
      Apostelgeschichte 3:19
      So sehet ihr nun, dass der Mensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot.
      Jakobus 2:24,26

    • chriss0r
      chriss0r 2 months ago

      @Ankaija Mit jemandem der dich einfach so aus heiterem Himmel "fett" nennt, will man ja eh nichts zu tun haben. Insofern ist ignorieren und Resilienz aufbauen der beste Weg.
      Also keine Wörter verbieten aber trotzdem Menschen kritisch betrachten, die diese Wörter benutzen.
      Letztlich ist es immer einfacher an sich selbst zu optimieren, statt sich an anderen abzuarbeiten.
      Du klingst wie eine starke Frau, sehr sympathisch.

    • Gemeinsam sparen
      Gemeinsam sparen 2 months ago

      1000% Zustimmung

  • VolloVy
    VolloVy 29 days ago +2

    Ich finde "Sozial schwach" für "finanziell schwach" wahnsinnig schwierig!
    Sozial schwach assoziiere ich mit mangelnden sozialen Fähigkeiten. Also Asozialität. Und nicht mit finanzieller Armut.
    Ich studiere soziale Arbeit und zumindest in meinem ersten und zweiten Semester war das der Begriff und ich habe mich dagegen gewehrt. Ich habe in jeder Arbeit kurz erläutert, warum ich von finanziell schwachen Menschen schreibe. Wurde nie negativ angekreidet.

  • lb by
    lb by Month ago

    Entwas enttäuschend, dass die sprachliche Entproblematisierung eines unstrittig als äußerst gesundheitsgefährdenden Überernährungszustands nicht thematisiert wird. Da hätte man auch zumindest kurz auf die Implikation als Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten und auch gesellschaftlicher Folgekosten eingehen können, finde ich. Ansonsten aber recht informativ

  • Iaidô Tests
    Iaidô Tests Month ago

    Ich persönlich nutze manche Euphemismen ganz bewusst nicht. Ich finde es ist wichtig neben der Konnotation eben auch die Denotation, also wenn man sil will die etymologische Wortbedeutung, zu kennen. In meinem Umfeld ist das nicht selten so, dass man Begriffe der etymologischen Herkunft nach verwendet. Daher ist es vielleicht auch eine Frage des Umfelds welches Vokabular man verwendet. Auch wenn es manchmal komplizierter ist das Denotat zu verwenden, bin ich dennoch gerne bereit erstmal eine halbe Vorlesung zu halten um meine Begriffsverwendung zu erläutern. Ist meistens für alle erhellend.

  • Siminator
    Siminator Month ago

    Ja sagt man dann auch statt Ü30 jetzt auch M30, weil jetzt ist ja das Gegenteil zu Untergewicht weg, denn stellt euch mal die Frage, was ist das Gegenteil von Untergewicht ganz klar Übergewicht, weil unter und über zwei dingen sind die das Gegenteil beschreiben das heißt es ist jetzt "Mehr 30 partys" weil über ja negativ ist 😁😁

  • Anna S.
    Anna S. 2 months ago +16

    Mal wieder ein sehr tolles Video, DANKE❤️ Meine Schwester ist schwerbehindet und wenn ich mit Leuten reden, die auf ihre Behinderung aufmerksam machen wollen, folgt meistens ein Schweigen, von wegen „ich will es nicht aussprechen, du weißt schon was ich meine“. Es ist so schade, dass so viele denken, dass Aussprache dessen direkt eine Beleidigung sei. Ihr dürft es aussprechen! Und bitte seid direkt und redet nicht um den heißen Brei herum! Anstatt dafür neue Begriffe zu erfinden sollte man dafür sorgen, dass „behindert“ unter Jugendlichen nicht mehr als Beleidigung fällt! So einfach wäre es…

    • Lomiris [ Miriam ]
      Lomiris [ Miriam ] Month ago +1

      Feel you so! Bin auch die kleine Schwester einer Tetraspastikerin. Berührungsängste - auch im Verbalen - kenne ich daher nicht. Die machen es eher erst wirklich unangenehm. Am besten sind Kinder, die frei heraus fragen “Was hast du?”. SO kann oak ins Gespräch kommen. Dieses verbale Herumeiern macht Dialog eher noch umständlicher bis unmöglicher.

    • FlubberFrosch
      FlubberFrosch Month ago

      @borispoehlmann So sehe ich das auch mit der Bezeichnung „Zigeuner“. Es hat keine schlimme Herkunft und die Zahl der Zigeuner, die sich selbst so nennen bzw. darin nichts Beleidigendes sehen (wenn nicht so gemeint), ist groß. Die Sinti-Allianz Deutschland versteht sich auch als „Zusammenschluss deutscher Zigeuner“.
      Ähnlich ist es mit „Eskimo“, bei dem man eine Zeit lang annahm, es bedeute „Rohfleischesser“, was verständlicherweise beleidigend klingt. Das Wort solle man durch Inuit ersetzen, obwohl das nur ein Stamm von vielen ist. Neuere sprachwissenschaftliche Untersuchungen kommen jedoch zu dem wahrscheinlicheren Ergebnis, dass Eskimo einfach „Schneeschuhflechter“ bedeutet.

    • FlubberFrosch
      FlubberFrosch Month ago +1

      Wie lautet denn die angebliche Beschönigung für „schwerbehindert“? Etwa „mit SEHR besonderen Bedürfnissen“? :P

    • borispoehlmann
      borispoehlmann Month ago +7

      Genau das. Einige Menschen benutzen auch das Wort "Jude" als Beleidigung. Sollen wir den Zentralrat der Juden in Deutschland jetzt etwa bitten, sich eine neue Selbstbezeichnung zu überlegen, um das Antisemitismusproblem zu lösen?

  • Mimus
    Mimus Month ago

    Wobei ich kurz anmerken möchte, dass Ausländer, Migrant und Mensch mit Migrationshintergrund tatsächlich drei unterschiedliche Bedeutungen haben.
    Ausländer - Mensch ohne deutschen Pass, der in Deutschland lebt
    Migrant - Mensch der nach Deutschland kommt bzw. vor kurzem gekommen ist
    Mit Migrationshintergrund - Menschen, deren Eltern oder Großeltern aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind

  • Gidon Hausmann
    Gidon Hausmann Month ago

    Ich glaube, bei vielen dieser Worte ist der Wechsel nicht nur durch die Konnotationen bedingt, sondern auch, weil man ausdrücken will, dass diese Eigenschaft den Menschen nicht ausmacht. Als statt "Migrant" sagt man "Mensch mit Migrationshintergrund", weil man den Menschen nicht auf eine Eigenschaft reduzieren will, und ausdrücken will, dass diese Eigenschaft nicht dessen Identität bestimmt. (Zumindest ist das mein Grund.)
    Das gilt natürlich nicht für alle Sachen, z.B. fällt "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" aus dieser Argumentation raus, hier wäre "Menschen mit Behinderung" als Alternative zu "Behinderte" völlig ausreichend.

  • Sweet Cherry
    Sweet Cherry Month ago +2

    Wirklich gutes Video, in dem du ganz sachlich und sehr gut die logische Problematik hinter Wortneuschöpfungen erklärst und, mit dem du andere zum Nachdenken anregst.👏

  • Juri O
    Juri O 2 months ago +7

    Deine Sachlichkeit und Durchdachtheit mit der du solche Themen analysierst ist immer wieder erfrischend, Daumen hoch 😃
    Auf einer längeren Zugfahrt bin ich mal mit einem Rollstuhlfahrer ins Gespräch gekommen, er hat kein gutes Wort an der neuen Bezeichnung "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" gelassen...

  • Low Carb Vampire
    Low Carb Vampire Month ago

    1:48 : "Gleiches Kind, andere Name" würde ich sagen 🤷‍♂. Mehrgewichtig = Übergewichtig = Dick = Fett ... ich hab 20kg innerhalb von 2 Jahren zugelegt und seh aus wie die Säuferversion von Thor aus Avengers Endgame 😅🤷‍♂

  • alxfqt
    alxfqt Month ago

    Zum WG Thema:
    Als jemand der nicht wusste, dass Mensch mit besonderen Bedürfnissen sprichwörtlich dafür steht dass jemand eine Behinderung hat würde es für mich so klingen als wäre es ein Mensch, mit dem es anstrengend ist zusammen zu leben, weil er evtl Gewohnheiten oder Ansprüche hat die in einer Wg schwer umzusetzen sind.
    Wenn der Kontext einer Behinderung fehlt, ist es für Leute schwer mitzuhalten die da nicht immer auf dem neuesten Stand sind.
    Wenn der Kontext gegeben war dann ist mein Kommentar etwas unnötig, aber das sind meine 2 Cent :)

  • SebzeYT
    SebzeYT Month ago

    Die meisten der neuen Wörter klingen echt beschissen. Ich finde es aber gut, dass man etwas gegen Diskriminierung unternehmen will.

  • Haku Lup
    Haku Lup 2 months ago +800

    Wer findet noch, dass kognitiv herausgefordert die heftigste Beleidigung ist die er je gehört hat?
    Danke Alicia dass du unser Repertoire erweiterst👍😂

    • Andrea S
      Andrea S Month ago

      Kognitiv herausgefordert... au weia.
      Das erinnert mich irgendwie an diese Formulierungen aus Arbeitszeugnissen. Man durfte ja nichts negatives schreiben, also wurde es "hübsch" verpackt, Er hatte sich stets bemüht und so. 😬

    • avsall
      avsall Month ago

      @K N Jaaaa

    • avsall
      avsall Month ago +1

      @SlimeyCC Hahaha
      Wie ich bereits antizipierte, hat sich nach eingehender Evaluation meinerseits ergeben, dass ich befähigt bin, die Existenz deiner kognitiv-intellektuellen Höhenflüge zu revidieren.

    • duczman 76
      duczman 76 Month ago

      @Taen Ithy die sind doch nich dumm,die wissen halt nur sehr viel weniger als andere oder haben leider sehr viel pech beim denken.dat kommt dabei raus,wenn bei so einem als kind die schaukel viel zu dicht in allen richtungen an der wand gestanden hat

    • Taen Ithy
      Taen Ithy Month ago

      Es kann schon fast eine Doppelbeleidigung sein im Sinne von - Ich bin so klug weil ich das Wort kenne und du nicht weil du dumm bist und deshalb sage ich dir, dass du kognitiv herausgefordert bist -

  • Sita Gupta
    Sita Gupta 2 months ago +8

    DAAAANKE ALICIA ich bin so froh dass es dich gibt ich stimme immer mit deiner Meinung überein ich hab das glaube ich bei keinem Clip-Sharer bis jetzt gehabt mach weiter so!❤