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Vermögen besteuern: Müssen die Reichen mehr zahlen? I 13 Fragen | unbubble

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  • Published on Jun 14, 2022 veröffentlicht
  • Pandemie, Krieg, Energiekrise und die höchste Inflationsrate seit der Wiedervereinigung. Alles wird teurer. Vor allem die Preise für Lebensmittel, Wohnen und fossile Energie sind gestiegen. Darunter leiden besonders die, die ohnehin nicht viel haben. Und während die Armutsquote einen neuen Höchststand erreicht hat, ist auch die Zahl der Millionär*innen in Deutschland gestiegen. Ihr Vermögen ist in der Corona-Krise sogar noch gewachsen. Müssen wir die Reichen in Anbetracht der aktuellen Krisen stärker zur Kasse bitten, zum Beispiel durch eine Vermögenssteuer?
    Für die einen wäre das - mehr denn je - ein wichtiges Zeichen der Solidarität: Menschen mit viel Geld könnten und sollten deutlich mehr zahlen, um die finanziellen Lasten gleichmäßiger und vor allem gerechter zu verteilen. „Die Reichen tragen schon einen Großteil dieser Lasten“, entgegnet die andere Seite und befürchtet ein Abwandern von Unternehmen ins Ausland, falls es zu höheren Steuern kommen sollte. Bei 13 Fragen diskutieren wir, ob die Reichen mehr zahlen müssen und wie das aussehen könnte.
    Unsere Gäst*innen:
    Marcel Fratzscher, Ökonom
    Olivier David, Autor
    Stefanie Bremer, Erbin & Aktivistin
    Saidi Sulilatu, Clip-Sharer bei @finanztip
    Anja Schulz, FDP-Politikerin
    Stefan Schröter, Familienunternehmer
    Weitere Quellen:
    www.zdf.de/politik/frontal/st...
    www.zdf.de/nachrichten/wirtsc...
    www.zdf.de/nachrichten/panora...
    www.zdf.de/kultur/aspekte/ang...
    www.zdf.de/wissen/scobel/scob...
    www.zdf.de/verbraucher/makro/...
    Hier geht's zu 13 Fragen in der Mediathek: www.zdf.de/kultur/13-fragen#x.. .
    13 Fragen ist ein Format von ZDFkultur. Mehr Infos hier: kurz.zdf.de/HZtF/
    Eine Produktion von Hyperbole.
    Host: Salwa Houmsi
    Regie / Autor*in: Katharina Lauck, Niels Folta
    Redaktion: Mascha Schlubach, Melanie Schoepf, Katharina Schaar, Anne Sophie Lange, Caroline Weigele, Ina Eckert
    Kamera: Fabian Uhlmann, Michel Gumnior, Taner Asma, Sebastian Lindner
    Licht: Micha Plundrich, Ulrich Kalliske, David Ketel
    Ton: Wladimir Gelwich
    Set Design: Justus Saretz
    Aufnahmeleitung: Laura Obereisenbuchner
    Schnitt: Claudia Sebastian, Suraj Chandran
    Grafik: Marc Trompetter, Rosa Gehlich, Sara-Mae Reif
    Make Up: Jula Höpfner
    Produzent: Bastian Asdonk
    Creative Producerin: Katharina Lauck, Niels Folta
    Produktionsleitung: Saskia Kuhnert
    Produktionsassistenz: Laura Obereisenbuchner
    Formatentwicklung ZDF: Vanessa Olivier, Leonie Steinfeld
    Redaktion ZDF: Stefan Münker
    Produktionsmanagement ZDF: Christiane Alsfasser
    Social Media Redaktion ZDF: Laura Díaz, Judith Aretz
    Online Redaktion ZDF: Anna Ernst

Comments • 5 425

  • unbubble
    unbubble   +87

    Wie seht Ihr das: Sollten Reiche mehr zahlen? Und wie könnten diese Zahlungen aussehen? Schreibt es in die Kommentare!

  • Stefan P

    Wie bei vielen anderen Folgen dieses Formats wünsche ich mir dringlichst einen Faktencheck. Es werden viele Argumente rausgehauen ohne dass der Zuschauer weiss ob diese überhaupt stimmen oder schlüssig sind.

  • roi
    roi  +549

    Wow endlich mal eine Truppe an erwachsenen Menschen, die gute Argumente bringen, eine gute Debatte führen und das auf rationaler und nicht auf emotionaler Ebene. Nicht selbstverständlich bei 13 Fragen.

  • Verena Santl

    es wäre sehr gut und bereichernd dieses format auch im linearen fernsehen auszustrahlen. Verschiedene perspektiven und argumente kennenzulernen ist sooo wichtig und dieses format erreicht das. Man lernt immer sehr viel, es wäre schön, wenn auch Menschen, die nicht so oft auf youtube sind/sein können auch die möglichkeit haben, dieses format zu schauen.

  • Selbst Verständlich

    Ich bin in Armut aufgewachsen. Als das Beispiel mit der Waschmaschine kam, hatte ich Tränen in den Augen, weil es genau so bei uns war. Heute lebe ich in Wohlstand. Ich habe das Risiko auf mich genommen und bin in die Schweiz ausgewandert. Ich habe hart gearbeitet und habe nun einen guten Job, mit dem ich es mir leisten ein Haus zu mieten.

  • Lennard
    Lennard  +506

    Beim Thema Obdachlosigkeit hat sich gezeigt das Menschen direkt mit einer Wohnung auszustatten ohne diese an Bedingungen zu knüpfen schneller und erfolgreicher zur Resozialisierung beiträgt, als unser jetziges System. (Und dabei ist es sogar günstiger als unsere jetzigen Maßnahmen). Viele Denken immer Menschen etwas zu geben ohne eine sofortige Gegenleistung zu erwarten, würde sie faul und unproduktiv machen. Am Beispiel "Housing First" zeigt sich wie so oft das Gegenteil.

  • JP Behrens

    Ich mag das Format 😊 ich finde jedoch das oft an Problemen vorbei geredet wird. Wir sollten alle mal aus unseren sozialen Kreisen raus und nach links und rechts schauen um ein faires und entspanntes miteinander zu kreieren 😊 denn ich denke es das wir im Grunde alle das gleiche Ziel verfolgen - ein lebenswertes Leben und eine gute Zukunft. 🎉

  • line
    line  +2

    Mein Problem mit dem: “Jeder kann reichen werden/es schaffen, wenn er sich nur genug anstrengt und deshalb brauchen wir mehr Bildung.” ist, dass eine Gesellschaft so nicht funktionieren kann. Wir brauchen immer noch Menschen, die uns im Laden abkassieren, Güter von a nach b bringen, unsere Kinder betreuen etc. Es kann nicht jeder Unternehmer, Vorstand, Jurist oder Arzt werden. Selbst wenn der Job keinen hohen monetären Gegenwert abwirft, ist er trotzdem wichtig. Daher ist Umverteilung wichtig, denn auch der Typ, der dir mit dem Fahrrad das Essen ins Büro liefert, muss irgendwo wohnen können. Das kann er aber nicht, wenn kein Geld für sozialen Wohnungsbau da ist und die Innenstädte nur noch für Menschen mit hohem Verdienst erschwinglich sind. Irgendwann wundert man sich dann, warum keiner mehr im Einkaufszentrum sauber macht, weil es sich einfach nicht lohnt 1 Stunde aus dem Randgebiet für den Mindestlohn zu pendeln. Im Bezug auf höhere Steuern für Menschen mit hohem Verdienst wird immer von “Arbeit muss sich lohnen” gesprochen, aber was ist mit den ganzen Jobs, die sich schon jetzt nicht mehr lohnen, weil sie die Menschen in absolut prekäre Lebensbedingungen zwingen, da an allen Ecken und Enden Geld fehlt? Dieses Denken fördert eine Ellbogengesellschaft, die völlig außer Acht lässt, welchen Beitrag auch Menschen, die in Armut leben, für die Gesellschaft leisten und wie wichtig es ist, dass auch deren Beiträge und Tätigkeiten sich lohnen.

  • RVZER
    RVZER  +114

    Ohne mich in die Debatte einzubringen, da dieses Thema doch sehr komplex ist, wollte ich trotzdem einmal loswerden, wie wichtig dieses Format ist. Die Show hat (meiner Meinung nach) in ihrer Gesamtheit einen unfassbar großen Wert und bringt uns gesellschaftskritisch, politisch, sozial usw. weiter nach vorne. Wirklich einer der wenigen Ausnahmen, in der ich die GEZ-Beiträge gerne zahle. Macht weiter so.

  • Selina Bubu

    Ich hatte wirklich Angst vor diesem Thema, aber ich bin positiv überrascht, dass wirklich viele Aspekte des Themas angesprochen wurden. Super Menschen zum diskutieren gefunden! Super! ☺️

  • TapeNord Rec.

    Bin 30, arbeite nach 4 jähriger Ausbildung zum Erzieher die einiges Geld kostete nun seit 10 jahren in verschiedenen Bereichen im Beruf des Erziehers und aktuell bin ich in einer Krippe tätig. Ich liebe den Job im allgemeinen und auch den jetzigen. Jedoch kann ich ihn mir denke ich bald einfach nicht mehr leisten, ich habe jetzt schon eine Stundenerhöhung gemacht von 30.5 auf 36.5 damit ich besser klar komme(mehr stunden waren vorher personell auch gar nicht möglich) , allerdings bringen mir diese 6 Stunden die ich Woche für woche mehr arbeite ( also im monat im schnitt so 24 Stunden mehr ) si ungefähr 160-180€ netto, das sind nicht mal 10er die Stunde weil ich jetzt natürlich anders versteuert werde durch die höhere Stundenanzahl, sodass es mir absolut gar nichts bringt diese Stunden mehr zu machen, für das was dann am Ende „mehr“ am Monat is. Noch einmal ganz wichtig zu erwähnen ist wie ich vorhin meinte ich arbeite seit 10 jahren in verschiedenen Bereichen, jetzt in der Krippe. Ich starte aber in der gleichen Eingruppierung wie meine Kollegin die vor einem halben Jahr aus der Ausbildung gekommen ist, genau gleich. Meine erfahrungen die ich in all den bereichen wie Einzelbetreuung eines autisten an einer schule über 7 jahre, das arbeiten in einer heilpädagogischen wohngruppe,die arbeit in einer Jugendwohngruppe, in einer Schule für Kinder mit geistig wie körperlichen Einschränkungen etc. gesammelt habe, werden null angerechnet , Null. Ich verdiene aktuell mit meinen 36.5 stunden weniger geld, als meine kollegin mit 31 stunden, UND das nur weil sie davor schon in einer krippe gearbeitet hat. Klar kann es dafür unterschiedliche Eingruppierungen geben , aber das 10 jahre berufserfahrung null angerechnet oder wertgeschätzt werden, zumal diese Erfahrungen mich auch wahnsinnig weitergebracht haben, ist einfach nicht fair. Nein ich werde genauso eingruppiert wie jemand der aus der ausbildung kommt, als hätte ich niemals im beruf erzieher gearbeitet. Jetzt muss ich schauen ob ich mir leisten kann diesen job weiter zu machen, oder was anderes zu suchen und das zerreißt mir das herz weil ich den job liebe und es mir sehr spaß macht, auch wenn seeeeeehr viel verantwortung dahinter steckt was viele sich glaube nicht ansatzweise vorstellen können.

  • Fibo
    Fibo  +207

    wow, unglaublich stark jemand hinzuholen, der konkret sagen kann was die zahlen sind!

  • Louisa
    Louisa  +17

    Das war für mich eine sehr interessante Runde, danke an alle teilnehmenden.

  • Viktor Wins

    Danke an das Team. Armut ist wirklich schlimm ,es greift jeden Aspekt deines Lebens an. Ich war paar Jahre starker Armut ausgesetzt. (Beispiel ich musste manchmal während des Studiums hungern, weil ich zu wenig Geld hatte).

  • JeKey Pokemaniac

    Ich finde an dieser 'Jeder kann es schaffen-Argumentation' auch schwierig, dass damit die Auswahl des Berufes fast ausschließlich auf den finanziellen Fokus gelenkt wird. Wenn man Bock auf einen sozialen Beruf hat, kann man es eben nicht schaffen damit Vermögen aufzubauen und es ist mehr als schwierig damit finanzielle Sicherheiten zu erlangen. Ich könnte meine Berufswahl natürlich ändern, sodass ich Vermögen aufbauen könnte. Aber von Berufen, wie Erziehern, Pfleger, Reinigungskräften,... profitieren ja alle in einer Gesellschaft und wenn all die Menschen in sozialen Berufen ihre Berufswahl nach der Chance dort finanziell besser abgesichert zu sein ausrichten würden würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen. Also wäre es doch schön, dass es nicht heißt: Entweder ein sozialer Beruf oder finanziell abgesichert sein, sondern wenn beides gehen würde. Es muss ja nicht unendlich viel sein, aber so viel, dass man einigermaßen sorgenfrei leben kann.

  • mabel9701
    mabel9701  +213

    Ich liebe eure Gästeauswahl! Die perfekte Mischung aus klassischen Fachleuten und „inner Circle“, die die entsprechende Lebensrealität erleben oder erlebt haben. Ich bin eher auf der grünen Seite, aber es gab auf der gelben Seite v.a. von Saidi auch ganz gute Argumente. Der Ökonom (Marcel) im grauen Anzug fasst letztlich alles ziemlich gut zusammen: Die Reichen zahlen mehr Euros ein als Arme, aber relativ bzw. anteilig gesehen wird der 08/15 Bürger weitaus mehr belastet als Reiche. Das muss sich ändern.

  • Roman Hilser

    Das Format ist super! Vielen Dank für die spannenden Themen, die gute Auswahl der Gäste und der Möglichkeit zu erleben, dass man sich mit unterschiedlichen Meinungen auch annähern kann.

  • ᛟᛞᛁᚾᛊᛟᚾ

    Ich liebe dieses Format. Nur Schade das diese Prozesse bis zum absolut Grenzpunkt hinausgezögert werden und von der Politik nie wirklich richtig zu Ende gebracht werden.

  • AirKhan
    AirKhan  +57

    Finde ich eine gute Idee! Man sollte auch Unternehmer/innen die sich als "Deutsches Unternehmen" bezeichnen aber ihre Sitze komischerweise im Ausland haben eben so steuerrechtlich zur Verantwortung ziehen.

  • hlz
    hlz  +174

    Ein enormes Problem an der ganzen Debatte ist, dass die Entscheidungsträger tendenziell auf der besseren Seite stehen und deshalb eine Änderung nur schwer erwirkt werden kann. Wäre ich heute Reich, wäre mein Interesse auch nicht groß mehr davon abzugeben als notwendig. Dennoch muss man auch bedenken, dass die Armut der unteren 50% oftmals auch andere Probleme mit sich bringt. Die Ernährung ist zum Beispiel ein wesentlicher Punkt. Menschen mit geringen Einkommen können sich nicht so leicht ausgewogen und gesund ernähren, essen schlechtere Lebensmittel, essen oft ungesünder (Stichwort Biofleisch, Antibiotika). Damit werden auch wieder gesundheitliche Probleme provoziert, die dem Steuerzahler potenziell Geld kosten. Ich bin der Meinung dass ein Mindesteinkommen hier Abhilfe schaffen kann, die Wirtschaft den Rest regelt und der Gesetzgeber dieses Mindesteinkommen ermöglichen müsste (sei es mit Erbschaftssteuern, Vermögenssteuern, höherer progressiver Besteuerung der oberen Einkommen, etc). Die Gelbe Seite kann nicht behaupten, dass so eine Entlastung mit dem vorhandenen Geld finanziert werden kann - da muss mehr Cash ins System.