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Sterilisation mit 22: Der Traum vom kinderlosen Leben | Y-Kollektiv

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  • Published on Sep 21, 2022 veröffentlicht
  • “Ich will keine Kinder!” Wer so etwas sagt, stößt oft auf Unverständnis, wird angefeindet und als Egoist beschimpft. Y-Kollektiv-Autorin Katja Döhne will verstehen, warum sich Menschen bewusst gegen Kinder entscheiden.
    Celine ist gerade Anfang 20 und ist sich jetzt schon sicher, dass sie in ihrem Leben keine Kinder bekommen möchte. Also will sie sich sterilisieren lassen. Doch "aus freien Stücken" wird gerade jungen, bisher kinderlosen Frauen in Deutschland oft schwer gemacht.
    Dominik hat seine Vasektomie schon hinter sich, ist sehr zufrieden mit seinem kinderfreien Leben und bereut nichts. Der 36-jährige Lagerarbeiter hat sich mit 22 Jahren sterilisieren lassen - und hat es bis heute nicht bereut.
    Franziska, Mitte 30, bereut es oft, ein Kind bekommen zu haben. Im Sinne der - Bewegung stellt sie ihre eigene Mutterrolle infrage. Die alleinerziehende Mutter aus Weimar war mit ihrem Kind oft überfordert und redet nun offen über ihre Zweifel. Was wird ihr Kind wohl in der Zukunft darüber denken?
    Katja Döhne trifft auf ihrer Reise durch die Republik ganz verschiedene Menschen ohne Kinderwunsch und stößt auf viele Fragen, die manchmal schwer zu beantworten sind. Was ist nun eigentlich egoistischer - ein Kind zu bekommen und es potenziell bereuen, oder kinderfrei zu bleiben? Und wieso ist es für den Rest der Gesellschaft so schwer, Menschen ohne Kinderwunsch zu akzeptieren?
    ► Hier geht es zu der Rabiat Folge: www.ardmediathek.de/video/rab...
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    Reporterin: Katja Döhne
    Schnitt: Steffen Bartneck, Michael Stragies
    Kamera: Lucie Westbrock, Ilhan Coskun
    Ton: Lorenz Brehm, Ragip Alkan
    CvD: Alina Schulz
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    Verwendete Musik:
    Post Malone | Waiting For Never (Official Instrumental) // Jack White | Love Is Selfish // Dry Cleaning - Scratchcard Lanyard // Kakkmaddafakka | Holding Me Back // Yo La Tengo | Moby Octopad // Juice WRLD | Candles // Lana Del Rey | Video Games // Screaming Females - End Of My Bloodline
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    ► Weiterführende Infos und Quellen:
    ARD Rabiat: Besser leben ohne Kinder?
    www.ardmediathek.de/video/rab...
    Faz.de: Frauen ohne Kinderwunsch:
    www.faz.net/aktuell/gesellsch...
    SZ.de: Unglückliche Mütter:
    www.sueddeutsche.de/gesundhei...
    Tagesschau.de: Umstrittene Sterilisation bei Frauen:
    www.tagesschau.de/inland/gese...
    Zeit.de: Sterilisation bei Frauen:
    www.zeit.de/zett/politik/2019...
    Taz.de: Unsicherheit beim Kinderwunsch:
    taz.de/Kinderlosigkeit-bei-Fr...
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Comments • 5 255

  • Evrim Kurt

    Ich fände es echt schrecklich, wenn meine Mutter mir sagen würde, dass sie bereut, dass ich geboren bin.

  • Lena Rauschen

    Ich arbeite in einem Kinderheim und würde mir wünschen, das sich viel mehr Eltern mit der Verantwortung von Kindern kriegen auseinander gesetzt hätten. Deshalb finde ich es wirklich sehr mutig zu sagen und zu entscheiden, dass man es eben nicht möchte und jeder sollte selber darüber entscheiden dürfen.

  • Lisa Simon
    Lisa Simon  +476

    Ich finde die Personen in dem Film wesentlich reflektierter in Bezug auf ihre Elternrolle und als viele, die tatsächlich Eltern sind. Man merkt, dass sie sich viel damit auseinandergesetzt haben, was Elternsein tatsächlich bedeutet und welche Verantwortung das mit sich bringt. Gerade, wenn Dominik davon spricht, ob Elternsein etwas ist, in das man „reinwachsen muss“. Im besten Falle sollte man sich doch vorher darüber im Klaren sein, ob man sich dafür bereit fühlt und nicht erst danach versuchen, sich den Umstand anzupassen

  • Birgit *
    Birgit * 10 hours ago +1

    Gute Reportage ❤️

  • Megaboost 2222

    Ich als Jugendlicher kann sagen, dass es KEIN schlimmeres Gefühl, das Gefühl zu haben von einem Elternteil nicht "gewollt" zu sein. Wie in diesem Beitrag an anderer Stelle erwähnt finde ich, dass wenn man die Entscheidung trifft, ein Kind in die Welt zu setzten, man eine Verantwortung trägt und dieser voll und ganz nachgehen muss. Denn am Ende ist es immer das Kind, was darunter leidet. Der Tag, an dem die 8-jährige Tochter davon erfährt, was ihre Mutter über ihr Leben sagt und das Kind es tatsächlich begreift, was das bedeutet, wird mit der schlimmste Tag in seinem Leben werden. Die Tochter wird das auch nicht einfach "verstehen", weil das Gefühl als Kind von seinen Eltern nicht geliebt zu werden, nicht einfach so verstanden werden kann. Das Kind wird eine wahnsinnig schwere Zeit durchmachen müssen, wofür es nichts kann und ich kann nur hoffen, dass es nicht in dieser Krise gefangen bleibt und sich irgendwann damit abfindet, dass seine Mutter die Entscheidung getroffen hat ein Kind zu bekommen, aber dieses nie so lieben wird, wie es ein Kind verdient hat und es bei vielen anderen Familien der Fall ist.

  • Fjeldfross
    Fjeldfross  +160

    Ich finde es viel verantwortungsbewusster, rücksichtsvoller und empathischer in Vorfeld zu erkennen und entscheiden, das man keine Kinder möchte, als das im Nachhinein eine verkorkste Mutter- Kind Beziehung zwei Leben ruiniert.

  • rosarote worte

    Mir tut die Tochter von Franziska leid. Wenn meine Mutter jahrelang auf verschiedenen Kanälen davon erzählen würde, dass sie mich bereut und dass ihr Leben besser ohne mich war - das würde mich wahrscheinlich mein Leben lang prägen und verletzen.

  • Julia O
    Julia O  +126

    Seitdem ich Kinder habe, kann ich die Menschen verstehen die keine wollen und respektiere dies total. Und das liegt nicht daran, dass ich es bereue Kinder zu haben, ganz im Gegenteil aber man muss dafür bereit sein viel zurück zu stecken und man trägt eine große Verantwortung und da finde ich es sehr vernünftig wenn man sich dagegen entscheidet wenn man dazu nicht bereit ist. Wenn man sich mal so umsieht dann sieht man ja auch sehr häufig Eltern bei denen man denkt, dass die keine Kinder haben sollten.

  • Kerstin Ellerhorst

    Ein ganz toller wichtiger Beitrag! Ich bin 49 Jahre alt und hatte auch niemals einen Bezug zu Kindern. Kein Interesse und niemals das Bedürfnis, Babys in den Arm zu nehmen. Es war schwierig für mich, mir als gesunder Heterosexueller Frau einzugestehen, dass ich das Geschenk eines Kindes und vielleicht sogar irgendwann Enkelkindes einfach nicht möchte, obwohl alle Voraussetzungen inklusive eines sicheren Jobs da waren. Gerade in ländlichen Gegenden ist man dadurch schnell außen vor, da sich viele Gespräche unter Frauen über Jahre nur um die Kinder drehen, selbst wenn diese schon erwachsen sind. Es gibt kaum einen Tag an dem ich nicht dankbar dafür bin, in einer Zeit und in einem Land zu leben, wo ich mich gegen Kinder entscheiden kann.

  • Luna
    Luna  +95

    Ich kann Celine sehr gut verstehen. Mir ging es auch schon als Teenager genauso. Jetzt bin ich 33 und es hat sich nichts verändert. Seit ich Tante geworden bin, ist mein Verlangen eigene Kinder zu haben noch weiter gesunken. Ich wünsche mir, dass es gesellschaftlich endlich akzeptiert wird.

  • Vivien Sch

    Ich bin 28, wollte noch nie Kinder, will nie Kinder, kann mit Kindern nichts anfangen ( obwohl ich Tante bin ), finde Babys weder süß, noch das Leben mit einem Baby erstrebenswert. Ich hatte bereits auch immer Diskussionen mit meinen Expartnern darüber. Und das ist es mir bis heute wert. Das Argument "der Richtige wird schon kommen, der dich umstimmt" oder "du bist noch zu jung, um das fest zu sagen" ist also invalid. Manche Menschen spüren einfach von klein auf, dass Kinder und das klassischen Leben mit Häusle bauen und Kinder kriegen einfach nicht für sie sind. Und der "Richtige" schwatzt dir nicht auf, was du nicht freiwillig möchtest. Der "Richtige" hat eine möglichst ähnliche Meinung wie du selbst. Zum Kinder kriegen gehören zwei, also sollten es auch beide aus eigenem Willen wollen.

  • steffi
    steffi  +107

    ich habe als angehende Psychotherapeutin sehr oft mit Menschen zu tun, die in ihrer Biografie - und sehr oft in ihrer Kindheit - sehr viel mitmachen mussten...ich finde den Gedanken gut die Frage umzudrehen und aktiv zu fragen "Warum willst du Kinder?"

  • No Name
    No Name  +1

    Ich bin Mutter von einem 15 Monate alten Kind, auch ich kam schon an meine Grenzen oder fühlte mich total überfordert. Aber ich finde man sollte das Kind sich niemals unerwünscht fühlen lassen, ICH als Mutter habe die Entscheidung getroffen ein Kind zu bekommen, nicht das Kind selbst, es kann also am aller wenigsten was dafür.

  • Matzmieze
    Matzmieze  +413

    Seit ich 15 war hörte ich immer, was für eine tolle Mutter ich sein würde. Mit 23 wusste ich, nein, niemals Kinder. Heute mit 62 bereue ich nichts. Jede Frau muss diese wichtige Entscheidung mit sich selber ausmachen. Eine Freundin von mir wollte unbedingt welche, doch leider kam es nie dazu, alles Fehlgeburten, 6 an der Zahl, es war niederschmetternd. Eine weitere Freundin war mit einem Kind schon total überfordert. Und "unsere Glucke" ist mit 4 Möpschen glücklich und zufrieden.

  • Karfunkelfuchs (Orpan)

    Ich bin 35 und kinderlos. Wollte auch nie welche. Die negativen Punke überwiegen dahingehend einfach. Allein abends nach der Arbeit zu entspannen ist mir so viel wert, ich hätte keine Lust ständig ein Kind beschäftigen oder mich damit auseinandersetzen zu müssen. Habe auch absolut keine Muttergefühle für Kinder, finde sie eher nervig, besonders verzogene Kinder. Allein Kindergeschrei in der S-Bahn - wieso sollte ich mir das für ein paar Jahre tagtäglich antun wollen? Danke aber nein danke. Ich gönne jeder Mutter ihr Glück, aber für mich ist das nichts.

  • Stina Kerry

    Ich kann mich so gut mit Celine identifizieren, ich wusste auch schon in der Schule, dass ich keine Kinder haben will. Und mir wurde auch dauernd von allen eingeredet, dass ich das ja noch gar nicht wissen kann, und irgendwann kommt schon "Der Richtige" und dann ändere ich meine Meinung.. Ich bin jetzt 39 und mit der Entscheidung keine Kinder zu wollen immer noch sehr glücklich. Ich kann mit Kindern auch einfach so gar nichts anfangen, ganz davon abgesehen, dass ich in diese heutige Welt irgenwie nicht mit gutem Gewissen ein Leben setzen wollen würde.

  • Mark Bögendörfer

    Ich bin dreifacher, glücklicher Papa.😍 Meine Mädels sind 8 und 5, mein Sohn 9 Monate.

  • 1847 ת
    1847 ת  +37

    Meine Eltern scheiterten daran mir ein gesundes, sicheres und stabiles Leben zu geben. Ich erlebte eine Welt voller Armut, Trauma und Leid. Ich brauchte Jahre, um mich zu erholen und mein Leben in den Griff zu kriegen (Therapien, Abitur, Ausbildung, Geld sparen, etc.). Ich liebe Kinder und wünsche ihnen Gesundheit und das Beste. Wenn ich Vater wäre, wäre es meine größte Pflicht Ihnen ein sicheres Leben zu geben. Aber wenn meine Eltern und Familie alles verkackten und ich alleine auf mich gestellt war, warum muss ich mich dann hart abrackern und stressen für meine Kinder? Psychisch bin ich nicht dafür geeignet. Vater kann und möchte ich nicht werden.

  • A. LP
    A. LP  +702

    Lieber keine Mutter als Mutter ohne Emotionen und Liebe für das Kind. Das ist verdammt wichtig.. mehr für das unschuldige Kind als für die Eltern!

  • Be diffrent

    Als ich mein erstes Baby auf dem Arm hielt habe ich Rotz und Wasser geheult. Ich fragte mich immer wieder, was ich getan habe. Das Baby wurde älter und ich liebte das Baby, aber ich hasste es seine Mutter sein zu müssen. Ich fühlte mich so eingeschränkt und beobachtet und unter Druck gesetzt. Ich war überfordert und müde und keiner hörte mir zu. Alle fanden nur das Baby süß. Und dann verstand ich plötzlich, dass mich nicht mein Baby einschränkt, sondern die Gesellschaft mit ihren Ansprüchen an Mütter. Also dekonstruierte ich all das und lernte darauf zu scheißen und mein Leben so zu leben, wie ich es machen will. Ich habe aufgehört mein Leben für mein Kind anzupassen und mein Kind eher in mein Leben zu integrieren und siehe da: Ich fühle mich überhaupt nicht mehr eingeschränkt sondern sehr selbstbestimmt.